Unheilig - Ein Konzert wie eine Zeitreise

dadvelopment | 20.04.2012 | Lesedauer: 2 Minuten

Vor kurzem hatte mich die liebste Frau Feuerengel zum Unheilig-Konzert ins Bremer Pier2 eingeladen. Ursprünglich auf einen Samstag angesetzt, musste es leider verschoben werden. Der Graf war erkrankt. Am Mittwoch war es nun soweit.

Wir trafen kurz vor dem offizellen Einlass am Pier2 ein. Die Schlange der potentiellen Konzertbesucher reichte schon recht weit - der Ossi in mir freute sich schon auf Bananen. Die Schlange rückte recht zügig weiter, wurde dabei aber nur unmerklich kürzer. Uns egal, wir waren ja drin.

Dann kam die bekannte Prozedur: Karte abreißen, abtasten lassen, zur Garderobe. Nachdem ich die Jacke abgegeben hatte, durfte ich noch kurz Ostern nachfeiern. Die Suche nach dem Jackenzettel begann. Hatte ich ihn verloren? Irgendwo hingesteckt wo ich ihn nicht fand? Nach fünf Minuten wildester Sucherei und einigen verlorenen Nerven ging es dann nochmal zurück an die Garderobe. Die nette Bedienung grinste schon, als ich sagte, ich hätte den Zettel verloren. Das stimmte nämlich nur teilweise. Ich hatte ihn einfach an der Garderobe liegen lassen.

Nachdem mir dann die liebe Begleitung den Zettel abgenommen und in Verfahrung gebracht hatte, liefen wir Richtung Bühne. Nach einer kurzen Wartezeit wurden auch schon die Kerzen auf der Bühne angezündet, die Band betrat die Bühne und das Licht wurde dunkler. Der Graf sang im Hintergrund.

Schon in dieser Zeit merkte ich, dass es ein sehr emotionaler Abend werden würde. Der Verdacht sollte sich später am Abend noch bewahrheiten. Bereits mit dem zweiten oder dritten Lied ging die Zeitreise durch meine Vergangenheit los - war Unheilig in den letzten Jahren doch immer ein treuer Begleiter gewesen.

Ich durchlebte während der Lieder schöne und auch weniger schöne Augenblicke und drang immer tiefer in meine Geschichte ein. Einige Szenen waren hart: die leer geräumte Wohnung, einige Trennungen. Andere waren die schönsten meines Lebens: der Abend auf einem Dach in der Jerusalemer Altstadt, der erste Kuss mit der Liebsten. Auch dazwischen lagen Erinnerungen: die Ankunft beim Willo vor zwei Jahren (eine Ankunft voller Heilung), die Mitarbeit im Gebetsteam auf dem Freakstock letztes Jahr.

Die Tränen arbeiteten sich mit jedem Ton weiter vor, und bei "An deiner Seite" brachen sie hervor. (Wann hatte ich eigentlich das letzte Mal öffentlich geweint?). Beim letzten Lied (Mein Stern) waren sie auch noch einmal da. Ein Lied, dass mich an meine Töchterchen erinnert.

Der Abend war sehr gelungen, sehr schon, sehr wohl tuend. Vielen Dank an den Grafen, an die Band und an die Frau Feuerengel. Diese schöne Reise in die eigene Vergangenheit wäre so ohne euch nicht möglich gewesen <3.