Morgen-Post

dadvelopment | 12.11.2006 | Lesedauer: 3 Minuten

Ich hatte schon vor Monaten vor diesen Post zu schreiben, bin aber damals nicht dazu gekommen und hab auch bis heute nicht so wirklich einen Sinn darin gesehen, eine Eintragung nachzuholen. Das hat sich vor ein paar Minuten geändert. Ich war eben auf Mellys Blog unterwegs und hab diese Geschichte gelesen. Vielleicht lest ihr euch dieses Märchen einfach durch. Ich kann nicht sagen, ob man es zum Verständnis des Eintrages benötigen wird.

Aber nun zu meinem Post. Es ist wie gesagt schon einige Monate her, da hat mich ein Zitat sehr angesprochen. Und zwar dieses:

Lieben heißt verletzlich sein. Liebe irgendetwas, und es wird dir das Herz brechen. Wenn du ganz sicher sein willst, dass deinem Herzen nichts zustößt, dann darfst du es nie verschenken, nicht einmal an ein Tier. Umgib es sorgfältig mit Hobbys und kleinen Genüssen; meide alle Verwicklungen; verschließ es sicher im Schrein oder Sarg deiner Selbstsucht. Aber in diesem Schrein – sicher, dunkel, reglos, luftlos – verändert es sich. Es bricht nicht; es wird unzerbrechlich, undurchdringlich, unerlösbar.

C.S.Lewis

Vielleicht sagt es aber auch das Original besser aus:

To love at all is to be vulnerable. Love anything, and your heart will certainly be wrung and possibly be broken. If you want to make sure of keeping it intact, you must give your heart to no one, not even to an animal. Wrap it carefully round with hobbies and little luxuries; avoid all entanglements; lock it up safe in the casket or coffin of your selfishness. But in that casket -safe, dark, motionless, airless -- it will change. It will not be broken; it will become unbreakable, impenetrable, irredeemable.

C.S.Lewis

In dem Moment, als ich dieses Zitat las, durchschoss es mich, wie ein elektrischer Schlag. Oft kam es vor, ich war wohl 13 oder 14, dass ich von Leuten verletzt worde. Ich verzog mich darauf hin immer wieder in mein Zimmerlein, schloss mich ein, schaltete den Fernseher an und ließ mich berieseln. So brachte ich den einen oder anderen Tag um die Runden. Und in mir passierte genau das, was Clive da in seinem Zitat beschreibt: Ohne es wirklich zu merken, wurde um mein Herz eine Betonmauer aufgezogen, die mit den Jahren immer dicker wurde. Vieles war mit der Zeit einfach egal. Meine Leistung in der Schule stimmte, auch wenn ich fast nie mit mir zufrieden war. Privat lief eher selten etwas - und selbst dann meist der Fernseher.

Und dann kam mit einem Mal der Tag, an dem jemand anfing die Betonmauer einzureißen. Es war im März 2005, als ich Jesus mein Leben übergab. Von da an habe ich die einzelnen Hammerschläge gegen die Betonwand gespürt, von da an begann sie zu bröckeln. Ich denke aber, dass er schon viel früher angefangen hat, sie zu bearbeiten.

In den letzten Monaten gab es immer mal wieder so Situationen, in denen ich mich von anderen Leuten verletzt fühlte. Immer wieder fragte ich mich, warum Leute so was machen. Meist geschah es unbeabsichtigt, vermute ich. Mich hat es dennoch getroffen. Dann las ich das C.S. Lewis-Zitat. Lieben heißt verletzlich sein. Mir wurde bewusst, dass es das größte Geschenk an einen Menschen ist, ihm/ihr gegenüber alles Schützende abzulegen, wirklich ehrlich zu sein und der Person einfach ohne Schutz gegenüberzutreten. Ich hoffe, ihr versteht meine bilderhafte Sprache.

Verletzungen tun weh, keine Frage, aber Jesus ist auch unser Arzt und kann alle Wunden heilen, auch die seelischen. Und so will ich dich, für den ich diesen Post morgens um 3 schreibe, ermutigen. Wenn du von jemanden verletzt worden bist, der dir nahe steht, so gib diese Freundschaft nicht einfach auf. Hege keinen Groll gegen diese Person. Ein Gespräch kann vieles wieder grade rücken. Oftmals ist es Menschen nicht bewusst, was sie mit Worten alles anrichten können, oft geschehen solche Verletzungen einfach unbewusst. Jeder hat eine 2. Chance verdient.