Kraft durch Freude

dadvelopment | 01.08.2006 | Lesedauer: 2 Minuten

Die am 27. November 1933 gegründete NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" (KdF) war die populärste Organisation im NS-Regime. Das Volkswagen-Projekt sowie Nah- und Fernreisen gehörten zu den wichtigsten Aktivitäten der Freizeitorganisation KdF, einer Unterorganisation der Deutschen Arbeitsfront (DAF). Mit dem umfassenden Wirken dieser Organisation sollte vorrangig die Arbeiterschaft in die "Volksgemeinschaft" integriert werden. Zugleich sollten so die im Zuge der Aufrüstung notwendigen Produktionssteigerungen ohne nennenswerte Lohnerhöhungen durchgesetzt werden. KdF-Veranstaltungen sollten der Entspannung und der Regeneration zur Erhöhung der Arbeitsleistung dienen, wozu auch die Verbesserung und Verschönerung der Arbeitsplätze mit Kantinen, Sportstätten oder Grünanlagen gehörte. Die Organisation KdF, die den Zugang zu bisher bürgerlichen Privilegien anbot, diente letztlich der Vorstellung einer klassenlosen Gesellschaft im Sinne der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft.

Quelle: http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/kdf/index.html vom 01.08.2006 10:37 Uhr

Der arbeitende Mensch braucht Ausgleich. Das haben auch die Nazis damals erkannt - und auch umgesetzt. Ganz ihre Idee war es nun auch nicht. Der Grundgedanke einer "Freizeitorganisation" haben sie sich bei den Italienern abgeschaut. Aber sie haben den Leuten etwas geboten, was sie auch bezahlen können. Die arbeitende Bevölkerung sollte sich nicht der Langeweile oder dem "Lodderleben" hingeben, sondern sich qualitativ hochwertig erholen - um noch mehr Arbeit leisten zu können. Zu dem war KdF ein Teil der Gleichschaltung des Regimes. Das gesamte Leben der Deutschen sollte vom Regime infiltriert werden. Andere Beispiele für die Gleichschaltung sind z.B. der Volksempfänger - ein Radio, dass sich jeder leisten konnte. Es diente perfekt zur Propaganda.

Aber warum schreibe ich überhaupt über ein solches Thema? Nun ja, mir ist letzte Woche wieder folgender Vers aus der Bibel eingefallen:

[...]die Freude am Herrn gibt euch Kraft!

Nehemia 8:10 (HfA)

Und das erste, was mir dabei durch den Kopf schoss, war eben "Kraft durch Freude". Das ist so eine Wortgruppe, die sich einfach ins Gehirn einbrennt - wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass die Nazis sie gewählt hatten.

Ihr kennt das sicherlich auch, dass man in den Anbetungszeiten - egal, ob die nun im Gottesdienst sind oder zu Hause, in der Straßenbahn, egal wo - erfrischt und aufgetankt wieder raus kommt. Ebenso kann ich durch Bibellesen, beten oder einfach mal Still vor Gott sein wieder auftanken. Die Freude am Herrn ist meine Kraft. Und wenn diese Dinge fehlen, so fehlt mir (meist) die Kraft. Eine Sache, die ich in den letzten Wochen erleben musste. Doch da schreib ich später noch was dazu.

Jetzt will ich aber nicht sagen, dass Kraftlosigkeit immer ihre Ursache in fehlendem Gebet etc. liegt. Dem ist nicht so. Vielleicht solltest du einfach mehr schlafen, oder was essen .

 

Um nochmal auf die Geschichte mit den Nazis zurückzukommen. Ich denke, dass es für uns Deutsche besonders schwierig ist, sich mit solchen "Phrasen" aus dem Dritten Reich auseinander zu setzen bzw. anzufreunden (Nur mit der Abfolge der Wörter, nicht, was die Nazis draus gemacht haben!). Es fiel mir nicht einfach diesen Post hier zu schreiben, vor allem, weil man beim Hören der Worte immer diese 12 schwarzen Jahre der deutschen Geschichte im Hinterkopf hat.

Nichtsdestotrotz finde ich, dass "Kraft durch Freude" doch wahr ist und von der reinen Wortbedeutung her nichts schlimmes an sich hat und wenn es gelebt wird Befreiuung und auch Erleichterung im Leben bringen wird.


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