In die Krise geglaubt

dadvelopment | 04.01.2016

Der Titel des Artikels schwebt mir schon länger im Kopf rum. Im letzten Jahr haben mich viele Sachen belastet. Der Auszug aus der Wohnung war eine mittlere Katastrophe, durch die Gemeinde ging ein Bruch. Um nur zwei davon zu nennen.

Das schlug sich immer wieder auf meine Laune und die Selbstwahrnehmnung nieder. Die Laune wurde schlechter. Die Selbstwahrnehmung nach und nach dunkler. Es kamen weitere Angriffe. Es wurde dunkler.

Ich stellte viele Sachen in Frage. Zuletzt den Glauben. Einer der Bibelverse, an denen ich mich in dunklen Zeiten und auch während meiner Depression festgehalten habe, steht im Römerbrief.

Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Dies gilt für alle, die Gott nach seinem Plan und Willen zum neuen Leben erwählt hat.
Römerbrief Kapitel 8, Vers 28


Diesmal drückte mich dieser Vers tiefer und tiefer. Bei all den Sachen fehlte mir der Sinn. Wozu sollte es zum Guten dienen?

Nun ein paar Monate später glaube ich diesem Vers nicht mehr. Ich bin in der Glaubenskrise angekommen. Die Liebste fragte mich letztens bei einem Gespräch: "Glaubst du überhaupt noch?" Meine ernüchternde Antwort war: "Ich kann es dir nicht sagen."

Ich habe mich wohl mit diesem Vers in die Glaubenskrise geglaubt. Meint es Gott wirklich gut mit mir?

Trotz allem ist mir mein Glaube wichtig und ich möchte die Verbindung zu Gott wieder haben. Also höre ich Lobpreis, höre Predigten. Oft ist es aber so, als würde ich in einer Blase sitzen und von allem kommt nix bei mir an. Predigten verkommen zu einer Aneinanderreihung von Phrasen, Lobpreis bleibt Musik.

Und dann gibt es noch diese kleinen Funken, wie zum Beispiel diesen Tweet, der mir gestern in die Timeline gespült wurde:

https://twitter.com/ps1034/status/683689638939226112

Ein Zeichen, dass ich Gott vielleicht doch nicht egal bin.