Ein wunderschöner Urlaub im Artgerecht Camp

dadvelopment | 29.07.2016

... oder: Mein schönestes Ferienerlebnis


Auf diesen Sommerurlaub habe ich mich schon seit letztem Oktober gefreut. Im Oktober hatte die Liebste an einer Ausbildungswoche vom Artgerecht Projekt mit Nicola Schmidt und Julia Dibbern teil genommen. Und mein Wunsch an vielen Tagen in der Natur zu sein, fern ab von Medien, Nachrichten und Social Media war geweckt.

Tschüss Welt


Wir packten unsere Sachen, verstauten alles im Auto: Zelt, Gummistiefel, Moskitonetz. Und Klamotten. Viel zu viele Klamotten, wie wir nach den ersten Camptagen feststellten. Das Handy blieb ausgeschaltet zu hause. Die Welt blieb draußen. Das erste Mal seit... Naja... Bewusst seit immer.

Hallo Wald


Wir kamen einen Tag vor Campbeginn in Drei Eichen bei Berlin an und bauten das Zelt auf der kleinen Zeltwiese an. Drei Eichen ist eine kleine Ansammlung von Häusern mitten im Wald mit einer Zeltwiese und einem Tippidorf. Die erste Zeit verbrachten wir auf dem Zeltplatz. Unser Zelt stand, allmählich kamen weitere Zeltplatzbewohner dazu. Unter anderem unsere Mitbewohnerin Karima für eine Nacht.

Kaum in Worte zu fassen


Die Tage auf dem Zeltplatz und auch im Tippidorf waren toll. Es war schön zu erleben, wie in wenigen Tagen mit mehr oder weniger unbekannten Menschen ein Clan- und Zusammengehörigkeitsgefühl aufkommt. Wir waren mit vielen Familien zusammen. Und jeder hatte ein Auge auf den anderen und die Kinder. Das Zeitgefühl fiel schnell hinten über. "Welcher Tag ist heute", war bald nicht mehr wichtig. Es war fantastisch zu sehen, wie mutig und selbstbewusst unser Kind ist. Es ist kaum in Worte zu fassen, wie ich gerade zu Ende des Camps auch meinem eigenen Körper viel mehr zu trauten, wie z.B. einem 2-Kilometer-Barfuß-Sprint durch den Wald. Und die Füße fanden wie von selbst ihren Weg neben die Tannenzapfen.

Den Drang zur Ursprünglichkeit (wieder) geweckt


Ich habe in diesen Tagen sehr viel von mir wieder entdeckt. Als Kind war ich sehr oft in der Natur. Habe da gespielt oder bin mit meinen Eltern in den Wald gegangen und habe Pilze gesammelt. All diese Sachen habe ich in den letzten 15 Jahren vergessen oder verlernt. Und im Camp wieder entdeckt. Die Ausflüge in den Wald und zum Kräuter sammeln haben mir sehr gut getan. Aus den Kräutern haben wir Pesto, Kräuterbutter und Smoothies hergestellt.

Persönlichkeitsändernd?


Diese zehn Tage waren: herrlich, entschlackend, mutgebend, herausfordernd, wunderschön und viel zu kurz. Ich habe viel über mich, über Komfort, über Minimalismus und über die Natur gelernt.

Für nächstes Jahr wünsche ich mir wieder ein Artgerecht Camp. <3