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Geschwisterchen

2013-11-12 18:17:09 +0000

Hallo mein kleiner Sonnenschein.
Vor drei Wochen bist du Halbschwester geworden. Wir haben uns sehr gefreut.
In den ersten Tagen nach der Geburt des Kleinen musste ich an deine ersten Tage auf dieser Welt denken.
Daran, wie mir deine Mama das Bild von dir schickte und mir sagte, dass du geboren warst. Ich hatte mich sehr gefreut dieses Bild von dir zu sehen.
Ich dachte an den ersten Arbeitstag und daran, dass sich meine Gedanken nur um dich drehten.
Und sehr oft erinnerte ich mich an unser erstes Treffen. Du musst da ungefähr so alt gewesen sein, wie der Kleine jetzt. Unser Treffen dauerte zwar nur eine Stunde, aber es war eine sehr schöne Stunde.
Ich hoffe, ihr zwei werdet euch irgendwann kennen lernen.
Ich trage dich im Herzen und denke an dich.

Ganz liebe Grüße.
dein Vater

Ein (fehlender) Eintrag

2012-11-25 20:22:00 +0000

Heute fand ich eine Geburtsurkunde von mir. Zur Hochzeit hatte ich noch einen Auszug aus dem Geburtenregister angefordert. Die beiden Dokumente unterscheiden sich. Laut Geburtsurkunde habe ich keinen Geburtsnamen, laut Auszug aber schon.
Ein Gespräch auf Twitter klärte ein wenig auf. Und doch kamen neue Fragen auf.
Ich bin ein uneheliches Kind. Meine Eltern heirateten erst knapp zwei Jahre nach meiner Geburt. Mit der Hochzeit meiner Eltern nahm och dann auch den Familiennamen meines Vaters an. Das kann ich aus dem Geburtsregisterauszug entnehmen. Was mich nun stutzen lässt, ist die Tatsache, dass der Eintrag für die Anerkennung der Vaterschaft fehlt.
Haben meine Eltern die Anerkennung einfach vergessen? Wollte mein Vater nicht anerkennen? Hat meine Mutter der Anerkennung nicht zugestimmt? Sollte eine der beiden letzten Vermutungen stimmen, warum haben sie trotzdem geheiratet? Weil man eine Schwangere nicht verlässt oder weil man in der DDR doch nicht alleine erzieht? Das dürfte ein Telefonat mit meiner Mutter klären. Fragen die in einer Zeit kommen, in der ich mich auf die Suche nach meiner Vergangenheit mache...

EDIT
Heute mit meiner Mutter telefoniert und irgendwie nur unzureichende Antworten bekommen. Man habe sie im Krankenhaus nicht nach dem Vater gefragt oder danach, ob er eingetragen werden soll. Die Anerkennung sind sie dann wohl nicht angegangen, weil sie sowieso heiraten wollten. An den Rest kann sie sich nicht mehr erinnern oder ist in den Weiten der DDR-Bürokratie untergegangen.

Ich kenne ja meinen Vater. Und der, den ich als meinen Vater kenne, ist auch mein Vater. Meine Geschwister sind da der beste Beweis dafür.
Nur hat sich nun eine kleine Lücke aufgetan und es zehrt an mir, nicht zu 100% zu wissen, warum die Vaterschaftsanerkennung fehlt.
Wenn mir das schon so geht, wie geht das dann erst meiner Tochter, wenn sie sich auf die Suche nach ihrem Vater macht. Mein Name steht ja nun nicht im Geburtsregister. Diese Tatsache macht mich ein wenig traurig.

Auf der anderen Seite ändert dieser fehlende Eintrag nichts daran, dass meinen Vater kennen gelernt hab. Und das in der ganzen Zeit, in der ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe. Wir haben uns irgendwann von einander entfernt. Er war nicht auf der Hochzeit. Ich habe auch nicht im Ansatz Lust, ihn wegen dieser Sache anzurufen.
Und doch. Ich will wissen, was in der Zeit um meine Geburt bei meinen Eltern los war: Wie lange haben sie schon zusammen gewohnt, als ich geboren wurde. Wann haben sie sich dazu entschieden zu heiraten? (Einen Antrag gabs nach meinem Wissen nicht.)

Ein ungeschickter Brief

2012-11-19 18:31:41 +0000

Schon lange denke ich darüber nach einen Brief an meine Tochter zu schreiben. Sie ist grade erst zwei Jahre alt geworden und muss ohne ihren Vater aufwachsen.

Ich würde ihr gern schreiben, warum. Möchte schreiben, dass ihre Mutter (R.) und ich uns trennten, als sie noch nicht geboren war. Dass die Trennung scheiße war, dass R. mir das Konto leer räumte und das Auto mitnahm. Ohne jegliche Erklärung. Glücklicherweise hatte ich Kontakt zu ihren Eltern und wusste dadurch, dass sie zu ihnen fährt.

Ich möchte ihr beschreiben, wie dreckig es mir in der Zeit ging, als sie noch nicht geboren war. In der Zeit, als ich einsam in einem kleine Kaff in Niedersachsen lebte - fern ab von meinen Freunden. Dass ich beim Punk Unteschlupf finden konnte, dass meine Gemeinde mich getragen hat.

Ich möchte ihr schreiben, wie warm mir ums Herz wurde, als ich das Bild von ihr bekam, nachdem sie geboren war. Ich hab sie sofort ins Herz geschlossen, obwohl ich da schon wusste, dass ich sie nicht oft sehen werde. Sie lebt ja schließlich im Harz und ich in Bremen.

Ich möchte ihr schreiben, wie mich der Kontakt zu R. dieses Jahr fast in den Ruin brachte. Jeder Besuch geriet zur Tortur. Wir verabredeten Termine, keiner fand so statt, wie vereinbart. An Infos ran zu kommen, schier unmöglich. Es machte mich kaputt, mich mit R. auch nur in Gedanken auseinander zu setzen.

Es gab Zeit, da hatte ich Angst wenn das Handy vibrierte, weil es ja eine SMS von R. sein könnte. Und wenn dann tatsächlich mal eine SMS von ihr ankam, fiel ich in tiefe Schwärze.

Ich möchte ihr schreiben, dass ich um sie kämpfen wollte. Dass ich sie liebe. Möchte ihr schreiben, wie sehr es mich traf, als ich erfuhr, dass R. meiner Anerkennung der Vaterschaft nicht zustimmte. Dass R. mir damit den letzten kleinen Schimmer Hoffnung nahm. Nun hatte ich nicht einmal mehr das Recht auf meiner Seite. Ich war nichts. Der Kleinen gegenüber genauso viele Rechte, wie der Kassierer aus dem Sparmarkt.

Ich unternahm erstmal nix. Hoffte aus zwischenmenschliche Änderungen und dass sie meiner Vaterschaftsanerkennung doch noch zustimmen würde. Wie viel an so einer Unteschrift doch hängen kann.

Ich möchte ihr von dem Knall dieses Jahr schreiben. Davon dass R. überhaupt nicht vor hatte, meiner Vaterschaft zuzustimmen. Und mir damit die Möglichkeiten nahm. Möchte ihr schreiben, wie mich die Vorwürfe trafen, ich würde mich für sie nicht interessieren. Möchte ihr erklären, wie jeder Kontakt zu R. mich lähmte, mich fertig machte. Mich - ich schrieb es schon - an den Rand des Zusammenbruchs brachte.

Ich möchte ihr schreiben, wie schwer es mir fiel, die Anerkennung zu widerrufen. Ich hasste mich dafür. Es schien mir aber der einzige Ausweg. Für einen weiteren Kampf um sie hatte ich einfach keine Energie mehr. Einen weiteren Zusammenbruch dieses Jahr hätte ich nicht verkraftet. Es gab schon zwei - einen im November und einen Ende Februar. Die Kraft von einem dritten wieder auf zu stehen, hatte ich nicht. Ich wäre liegen geblieben. Von der Kraft für einen Kampf um sie ganz zu schweigen.

Ich ließ die beiden ziehen. Wenn auch nicht ganz freiwillig. Es war reiner Selbstschutz, diesen Schritt zu gehen. Es war die schrecklichste Entscheidung meines Lebens. Ein schwarzer Fleck auf meiner Seele.

Das alles möchte ich schreiben. Alleine mir fehlen die Worte, um es in Briefform zu packen. :'-(

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