runningthougths

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Liebe Politiker: Arsch offen, oder was?

2015-07-21 17:33:09 +0000

Werte Politiker (in Regierungsverantwortung). Sagt mal, merkt ihr euch noch? Ja, heute wurde das Betreuungsgeld gekippt, weil es nicht Sache des Bundes ist, sich darum zu kümmern. Ja, das mag verfassungswidrig sein. Sei es drum. Es gibt einige Aussagen, die mich beim Thema Betreuungsgeld tierisch ankotzen. Zum Beispiel, dass ja viele Ausländer das Geld beziehen würden. Und dass das ja schlecht wäre, wenn die nicht in die Kita gehen und so ja kein Deutsch lernen. Und sowieso sind ja alle, die das Betreuungsgeld beziehen grundsätzlich zu doof für alles und halten auch ihre Kinder noch von der Bildung fern. Ach, und außerdem soll das Geld ja lieber in die Kitas gesteckt werden.

Genau. Ihr entzieht uns als Eltern jegliche Kompetenz. Das neue Superduperfamilienbild ist ja Frau und Mann gehen beide arbeiten, machen fett Karriere, prügeln das Wirtschaftswachstum durch die Decke und in der Zwischenzeit kümmern sich Fremde um die Blagen. Und das ganze nennt man dann noch nett "Vereinbarkeit von Karriere und Beruf." Unterm Strich heißt das doch nix anders, als dass die paar arbeitsfähigen Menschen, die es in dieser "Republik" noch gibt, in den Arbeitsmarkt gesteckt werden. Die fühlen sich dann super, weil sie ja gut Geld scheffeln. In der Zwischenzeit werden aus den Kindern in den DEUTSCHEN Kitas gute DEUTSCHE Arbeiter. Und aus den Ausländern - die ja ohne die guten DEUTSCHEN Kitas total dämlich und parallelgesellschaftlich wären - aus denen werden auch gut DEUTSCHE. Dann wird das so, wie damals in der DDR war. Da gabs Vollbeschäftigung, Totalüberwachung und gleich geschaltete Apparate, in denen das Leben zu funktionieren hat. Der Staat kontrolliert alles und die Deppen arbeiten und freuen sich.

Noch was. Was fällt euch eigentlich ein, uns Eltern die Kompetenz abzusprechen, für unsere Kinder da zu sein. Ihr feiert das Urteil als Fortschritt für ein tolles neues Familienbild? Für mich ist es mehr als ein Armutszeugnis. Ihr wollt wirklich das beste für die Kinder und für die Familien? Dann setzt euch verdammt noch mal dafür ein, dass die Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen können! Und für uns bedeutet das Urteil wohl das genaue Gegenteil. Danke.

Und wo ich grade beim Absprechen von Kompetenz bin.. Hackts eigentlich, dass ihr meiner Frau absprechen wollt, ein Kind bekommen zu können? Wie und wo sie möchte? Nein, das muss alles geregelt in guten DEUTSCHEN Kliniken passieren. Kann ja nicht sein, dass die Eltern schon zur Geburt eine gesunde Beziehung zu ihrem Kind aufbauen. Nein, dass darf nicht sein. Dann wollen die ja am Ende noch das Kind zu hause betreuen, nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und das Kind nicht in die guten DEUTSCHEN Kitas geben. Das passt ja nicht in das tolle neue Familienbild. Ach, und in die Kontrolle und die Überwachung.

Das nennt ihr Familienpolitik? Ein Scheiß nenn ich das. Ihr wollt was für die Familien tun? Ihr wollt gesunde Kinder? Dann sorgt dafür, dass freiberufliche Hebammen ohne diese exorbitant hohe Haftpflichtversicherung weiter praktizieren können. Sorgt dafür, dass alle Elternteile genug Zeit mit ihren Kindern und auch miteinander verbringen können. Sorgt dafür, dass die Leistung, die Mütter und Väter erbringen gesellschaftlich anerkannt wird.

Verdammt noch mal!

Eine kleine Geschichte über Alltagsrassismus

2015-07-10 18:32:54 +0000

Letztes Jahr las ich das Overrated von Eugene Cho. Eugene gründete die Plattform OneDaysWages und leitet eine Gemeinde in Seattle. Ich kann jedem das Buch nur empfehlen, der sich nicht davor scheut auch Englisch zu lesen. Es hat mich stark zum Nachdenken animiert. Und ich werde es auch nochmal lesen.

Ein Auszug aus dem Buch

Eine Geschichte aus dem Buch lässt mich seit dem Lesen nicht mehr los. Eugene erzählt von einem Gespräch mit einem Gemeindemitglied. Um genauer zu sein mit einem jungen Afroamerikaner. Einer der wenigen in der Gemeinde. Er erzählt folgende Geschichte, die ich mit freundlicher Genehmigung ins Deutsche übersetzen darf:

Der Einzelfall des verdächtigen, beängstigenden Schwarzen Mannes?

Pastor Eugene, Sie sprechen oft über Ungerechtigkeit, Rassismus und Vorurteile. Danke, dass Sie ihre Geschichte teilen. Ich möchte auch meine Geschichte gern mit Ihnen teilen. Fakt ist, ich fühle meine 'Andersartigkeit' jeden einzelnen Tag. Jeden einzelnen Tag.

Sie wissen ja, ich steige jeden Morgen im Norden der Stadt in den Bus um Richtung Süden ins Zentrum zur Arbeit zu fahren. Wie Sie sich vorstellen können, wird der Bus nach und nach voller. Um ehrlich zu sein, er ist überfüllt. Aber wenn ich in den Bus steige, bin ich einer der ersten zehn Passagiere und jeder von uns kann sich einen Sitzplatz aussuchen. Und ja, wir alle sitzen.. allein. Aber auf dem Weg zum Halt zu Halt kann ich etwas beobachten. Die Menschen suchen nach Sitzplätzen und jeden einzelnen Tag ist jeder Sitzplatz besetzt.. Aber an fast jedem einzelnen Tag.. ist ein Sitz, der als letztes besetzt wird. Sie können sich vorstellen, welcher Sitz das ist, oder? Ja, es ist der Sitz neben mir. Dieser Platz wird als letztes besetzt. An fast jedem einzelnen Tag.

Wissen Sie warum? Wissen Sie warum? .. Es ist weil ich ein dunkelhäutiger schwarzer Mann bin .. und die Leute denken, dass ich gefährlich bin. Damit beginne ich meinen Tag. Fast jeden Tag. Das ist meine Geschichte.

Als ich diese Zeilen das erste Mal las, war ich in einer ähnlichen Arbeitssituation wie der junge Mann, der seine Geschichte teilt. Auch ich wohnte am Anfang einer Straßenbahnlinie. Und zeitweise konnte auch ich mir den Sitzplatz aussuchen. Und auch ich saß größtenteils allein. Und auch in Bremen konnte ich das Phänomen beobachten, dass die Sitzplätze neben den "Weißen" bevorzugter in Anspruch genommen wurden.

Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Rassismus beginnt ganz klein. Bei mir. In meinem Handeln. Oder Nichthandeln. Auch in der Straßenbahn.


Der Auszug ist aus Overrated von Eugene Cho, Seite 209

Gedanken über Gedanken über #Freital

2015-07-07 18:58:22 +0000

Viele Sachen verstopfen mir in den letzten Tagen den Kopf. Die Weiterentwicklung von der Mitarbeiteradmin vom Freakstock ist eine Sache. Eine andere, dass wahrscheinlich bald das Gespräch zum Ende der Probezeit ansteht. Ja, ich bin schon fast sechs Monate in der neuen Firma. Angst, dass ich nicht übenrommen werde, habe ich nicht. Aber solche offiziellen Sachen belasten mich halt recht häufig.

Und dann, ja dann ist da noch #Freital. Die Stadt, in der ich geboren bin. Die Stadt, in der sich Leute gegen ein Flüchtlingsheim wehren. Die Stadt.. Nun ja, die Stadt, zu der mir aktuell die Worte fehlen.

Ich fühle mich so ohnmächtig, wenn ich die Sachen lesen, die da unter anderem gestern auf der Bürgerversammlung von statten gingen. Dass da von Sicherheitskräften Grundrechte mit Füßen getreten werden. Dass Menschen, die sich für die Geflüchteten einsetzen, um ihre Gesundheit fürchten müssen. Es will mir nicht in den Kopf, warum man so voller Hass auf Menschen sein kann, die wahrscheinlich mehr als sie hatten, verloren haben. "Wo sind denn die Familien? Das sind ja nur Männer, die hier ankommen!", fragen einige. Dass die Frauen und die Kinder während der Flucht ums Leben gekommen sind, darauf kommt man nicht.

Und dann schauen Menschen weg. "Wenn es den ganzen Krieg nicht gäbe, hätten wir die nicht hier.", habe ich auch schon gehört.

Jede einzelne Nachricht müllt mir den Kopf zu. Reißt mich runter. Freital. Der Ort, der in meinem Pass als Geburtsort steht. Ein Ort, mit dem ich aktuell nix zu tun haben möchte. Weil ich nicht mit diesen Chaoten auf eine Stufe gestellt werden will. Und es sind auch nicht alles Deppen in Freital, das darf man auch nicht vergessen.

Wenn wir nun anfangen, alle Sachsen / Freitaler über einen Kamm zu schären und die ganze Region für dumm, rechts und rassistisch zu verurteilen. Tsja, dann sind wir keinen Deut besser. Verallgemeinerungen aufgrund von Wohn- oder Geburtsort. Bringen keinem was.

Rot ist das neue Blau

2015-04-23 19:25:50 +0000

Es gibt sie. Die geschlechtsspezifischen Farben. Blau ist für Jungs, pink ist für Mädchen.

Und ich finde diese Aufteilung doof und habe deswegen bei uns zu hause ein kleines Experiment gestartet. Ich habe nun eine rote Zahnbürste, meine Frau eine blaue. Ziel des Experiments war es die Konditionierung auf die Geschlechtsfarben aufzubrechen bzw. fest zu stellen, ob ich sie mir nur einbilde.

Das ist mitunter recht schwierig. Manchmal muss ich bewusst drauf achten, nicht zur roten Bürste zu greifen. Schon seltsam, wie sehr ich auf diese Farben für Weiblein und Männlein gepolt bin. Die Konditionierung gibt es also!

 

Edit: Und da hat sie schon zugeschlagen. Ich muss natürlich darauf achten, nicht zur BLAUEN Zahnbürste zu greifen. Düdümm.

 

Kleiner Braindump

2015-02-23 19:56:58 +0000

Seit einiger Zeit spuken mehrere Themen bei mir im Kopf rum, die ich mal auf Papier bzw. ins Netz schreiben will. Einfach, damit sie aus dem Kopf raus sind. Aber ihr kennt das bestimmt. Kaum sitzt man an der Blogmaske ist der Kopf wie leer. Im Hintergrund spielt jemand Mundharmonika und ein einzelner Heuknäuel wird vom Wind über die Straße.

Naja, sei es drum. Braindump...

Ein Wort bricht mir regelmäßig das Herz: Erzeuger. Es tut mir weh, wenn jemand von seinem / ihrem Erzeuger spricht. Das wertet ab. Es wertet den Vater ab, der sein Kind nicht sieht. Ich bin auch ein Vater, der sein Kind nicht sieht. Und mich schmerzt es, wenn ich das Wort höre. Da spielt viel Gleichgültigkeit seitens des Kindes mit rein. Und ich kann nicht für die Väter sprechen, die von ihren Kindern nix wissen wollen. Aber ich vermisse meine Tochter.

Weiter gehts. Braindump...

Die Freakstock-Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Da gibt es dieses Jahr das neue Gelände und vieles ist noch unklar. Das Festival scheint noch weit weg zu sein - schließlich geht es ja erst Anfang August los. Doch für mich ist Freakstock quasi das ganze Jahr Thema. Das liegt an meinem Engagement für diese Veranstaltung. Ich programmiere ehrenamtlich. Und da gehts nun schon in die heiße Phase, kurz bevor die ganzen Anmeldungen online gehen sollen. Spannend und auch sehr herausfordernd.

Wo ich grade bei herausfordernd bin. Ende der Woche ziehen wir um. Es geht ans andere Ende der Stadt. In ein Häuschen. Unsere Wohnung gleicht schon einer Kistenhochburg. Aktuell stehen 37 Kisten und Kinder Kistenzimmer. Und 2,5 Räume wollen noch gepackt werden.

Ach ja. Neue Stelle. Neuland. Total super. Ich find toll. Es war die richtige Entscheidung zu wechseln. Ich habs nicht bereut.

Der kleine Prinz sagt jetzt "Papi". Das war sooooo toll. Ich musste ein wenig quietschen und vielleicht auch ein Tränchen verdrücken. Das war ein Glücksmoment.

Von den Träumen

2014-10-13 11:55:20 +0000

Ich träume gerne. Ich träume davon, was sein kann. Ich träume gerne davon, wie eine Homepage, ein Dienst, vielleicht sogar eine Gemeinde aussehen könnte.

Ich träume ab und zu von Südafrika. Ich träume davon, nochmal nach Israel zu reisen und das Land genauer zu besichtigen.

Ich träume davon, wie man gemeinnützige Organisationen unterstützen kann.

Träumen fällt mir manchmal leicht. Träumen ist leicht, wenn die Träume in weiter Ferne liegen.

Wenn es um "erfüllbare" Träume geht, sieht das anders aus. Das habe ich am Wochenende wieder gemerkt. Wir spielen mit dem Gedanken um zu ziehen und auch mit dem Gedanken an eine neue Couch.

Diese Sachen sind mir dann doch so realistisch, dass ich da nicht träumen kann. Da bin ich in der Realität und auch in der Finanzierbarkeit gefangen. Und manchmal setzt mich das unter Druck. Ein Druck, der völlig unnötig ist, weil es ja doch eigentlich nur Träume sind.

Aber warum eigentlich? Liegt das daran, dass Dinge, die ich als Kind wollte oder gar nur ansprach mit dem Hinweis auf die nicht vorhandene Gelddruckmaschine verneint wurden? Bin ich zu realistisch? Oder ist das einfach auch alles in Ordnung und gut, dass ich bei manchen Sachen nicht allzu sehr träume.

Eins ist es auf jeden Fall. Manchmal anstrengend. Wenn ich manche Gedanken von uns nicht als "Traum" erkenne, sondern direkt nach Realisierungsmaßnahmen Ausschau halte.

Ich möchte weiter träumen. Von Südafrika, von finanzierten gemeinnützigen Organisationen und von Häusern, Einrichtungen.

Road to vision?

2014-05-30 19:48:26 +0000

Gedanklich bin ich vor ein paar Tagen über das Motto des Blogs gestolpert: on the road to vision.
Vor vier Jahren hab ich den Blog mit diesem Motto neu gestartet und habe mal mehr mal weniger geschrieben.
Was über diese ganzen Jahre geblieben war: Die Suche nach meiner Berufung, nach der Vision für mein Leben.
Ich habe mich in den Jahren besser kennen gelernt. Ich war am Tiefpunkt meines bisherigen Lebens angekommen. Und erlebte noch weit mehr Höhepunkte. Ich bin Gott sehr dankbar für diese Zeit.
Und nun? Kann ich sagen, dass ich meine Berufung gefunden habe. Ich lebe und bin einfach. Meine Berufung ist vielschichtig. Familie, Finanzen und das Web. Ehemann, Vater, Leiter und Freund.
Die, die mich schon länger kennen, werden sich nun fragen, was aus Südafrika geworden ist. (Dieses Land stand lange für DEN Fixpunkt in meiner Berufung.) Ich weiß nicht, was aus diesem Traum wird. Irgendwann doch auswandern oder nicht. Von Deutschland aus unterstützen. Zur Zeit weiß ich es nicht. Es wird sich zeigen.
Berufung wird in der Gegenwart gelebt, nicht in der Zukunft. Also lebe ich.

Spontane Einkäufe

2014-02-15 08:45:55 +0000

Ich hab es getan. Ich habe mir einTablet bestellt. Und den Artikel schreibe ich auch grade mit meinem neuen Spielzeug. Und was soll ich sagen. Ich mag das Teil.
Ganz so spontan, wie es in der Überschrift tönt, war der Kauf dann doch nicht. Ich überlege schon länger so ein Teil zu kaufen. Drei oder  vier Jahre bestimmt. Kurz bevor die Liebste und ich zusammen gezogen sind, hatte ich schonmal ein Tablet in der Hand. Damals habe ich es allerdings zurück geschickt. Für den Preis erschien es mir damals zu teuer. Recht häufig bin ich seit dem um die Tablets in den einschlägigen Multimediamärkten rumgetingelt. Und mich gegen den Kauf entschieden. Zu teuer, brauch ich das Ding wirklich?
Nun bin ich stolzer Besitzer eines Asus Transformer Pad, schreibe den Artikel über die mitgelieferte Tastatur. Und das Scheiben geht gut von der Hand. Obwohl die Tastatur nur die Größe eines Netbooks hat, treffe ich doch immer die Taste, die ich möchte. Das war beim Netbook der Liebsten nicht so einfach.
Nun freue ich mich drauf, auch auf dem Sofa mit dem Tablet zu Entwickeln, zu Lesen. Ein weiterer Teil, der zu meiner Entspannung beitragen.
Und vielleicht blogge ich ja nun auch wieder mehr. Wäre durch aus möglich.
PS: Für mehr Spontanität im Leben.

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