heartbeat

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Als es Klick machte

2012-12-03 19:48:45 +0000

Letzte Woche grübelte ich noch, mit welcher Therapieform ich weiter machen möchte. Die Entscheidung ist gefallen. Es ist die tiefenpsychologische Therapie.
Nun wollte ich mich darauf konzentrieren, mein jetziges Ich kennen zu lernen. Vor 10 Jahren noch mangelte es mir an Selbstvertrauen, ich war verschlossen, zog mich zurück. Das war vor 10 Jahren. Da hat sich einiges geändert.
Ich hab die Veränderungen aufgezählt, ebenso wie meine jetzigen Eigenschaften. Aber ich muss mich noch kennen lernen?!? Es ist schön, wenns endlich klick macht.

Tagged! In 20 Fragen

2012-11-22 13:44:55 +0000

Die Liebste hat mich getaggt und nun darf ich ein paar Fragen zu mir beantworten. Auf gehts.

1. Beschreibe Dich in 3 Worten.

loyal, gutherzig, Wortspielfanatiker

 

2. Wie fühlst Du Dich, wenn Du mit der Kamera sprichst?

Gestellte Bilder sind für mich ein Graus. "Bitte lächeln", und ich verziehe dermaßen das Gesicht, dass es besser wäre, kein Foto zu schießen. Filmen ist da eine andere Sache, da kann ich ausblenden, dass die Kamera da ist. Mich dann nachher auf den Aufnahmen zu sehen, ist aber seltsam.

 

3. Was magst Du nicht an Deinem Aussehen?

Es gab eine Zeit, da war ich mit meinem Gesicht unzufrieden. Das war aber mal. Mein Bauch dürfte ein wenig straffer sein.

 

4. Ohne welches Produkt willst Du nicht rausgehen?

Zählt der Schlüssel als Produkt? Ich will ja auch wieder in die Wohnung kommen ;). Ansonsten wäre - oh Wunder - das Smartphone. Kontaktmöglichkeit, Emailpostfach, Feedreader und Spielzeug in einem.

 

5. Machst Du etwas, obwohl Du es nicht kannst?

Von mir denken, dass ich Dinge kann. (Nennt man das Selbstbewusstsein?) Oft tue ich Sachen nicht, weil ich denke, dass ich sie nicht gut genug kann. Ist aber bei näherem Hinschauen Schwachsinn. Grade was die Arbeit angeht.

 

6. Was würdest Du gerne an Dir ändern, tust es aber nie?

Ich bin dabei einige Dinge zu ändern, die ich an mir nicht mochte. Der Prozess läuft also. Das macht es um so schwerer diese Frage zu beantworten...

Ich würde gern mehr lesen, bin da aber meist zu faul.

 

7. Was magst Du nicht an anderen Menschen?

Dummes Gerede. Wenn Leute reden, damit sie reden und sich selbst dabei gerne zuhören. Einfach schrecklich. Wenn es dann noch der größte Bullshit ist, verlasse ich am liebsten den Raum.

 

8. Nenne 4 Dinge, die Du gerne machst.

  • Zeit mit meiner Frau verbringen, zusammen gekuschelt auf dem Sofa.
  • Mich mit Freunden über ihre Träume unterhalten.
  • Buchhaltung und finanzielle Pläne schmieden ;-)
  • Web Design und Webanwendungen so gestalten, dass sie intuitiv sind. Und da lernen, lernen, lernen.


 

9. Gibt es ein Kleidungsstück, welches Du nicht magst, aber trotzdem trägst?

Es gibt ein Paar Schuhe, dass ich ungern anziehe. Dann liegen die eine Zeit lang rum und ich vergesse warum ich sie nicht mehr anziehe. Dann zieh ich sie ein oder zwei Mal an und mir fällt es wieder ein. Der Grund: Schnell kalt werdende Füße.

 

10. Wie wichtig ist Dir das Aussehen?

Mir ist wichtig, dass ich mich wohl fühle und dass ich ich sein kann. Das können Jeans und Hemd sein oder die Jogginghose. Auch im Anzug fühle ich mich wohl. Es muss halt passen.

 

11. Gibt es etwas, was du sammelst?

Wenn ich länger drüber nachdenken muss, sammle ich wohl nix ;).

 

12. Was tust Du, wenn Dir keiner zuschaut?

Laut und anhaltend wegen Kleinigkeiten fluchen.

 

13. Welche Farben trägst Du gerne auf Deinen Nägeln?

Meine Nägel sind in der Regel unbehandelt. An ganz ausgefallenen und bisher sehr seltenen Tagen spendiere ich ihnen schwarzen Nagellack.

 

14. Nenne 3 Dinge, die Dir am anderen Geschlecht gefallen.

  • Die Augen (und ich meine die Augen im Gesicht!)
  • Der Rücken
  • Die andere Sicht auf die Welt


 

15. Mit was kommst Du nicht klar?

Mit den deutschen Autofahrern, die das Reißverschlussprinzip nicht verstanden haben.

 

16. Welche berühmte Person bewunderst Du?

Bewundern ist so ein großes Wort. Und das würde ich für keinen der Berühmtheiten benutzen. Viele Leute, bei denen man sich was abschauen kann, stehen nicht im Rampenlicht.

 

17. Was ist Deine größte Angst?

Das schöne Leben wieder zu verlieren, das ich jetzt habe.

 

18. Was bedeutet Glück für Dich?

Menschen und einen Gott an meiner Seite zu wissen, die immer für mich da sind. Mein Glück habe ich dieses Jahr geheiratet.

 

19. Was planst Du schon lange, hast es aber immer noch nicht gemacht?

Eine Reise nach Südafrika.

 

20. Nenne etwas Merkwürdiges über Dich!

Wenn ich deutsche Synchronisationen sehe bzw. höre und ich eine Stimmen höre, die mir bekannt vorkommen, muss ich so lange nachgrübeln, bis ich auch die andere Besetzung der Stimme herausgefunden habe. Das gilt übrigens auch für Dokumentationen und Werbespots.

Dass ich Nutellabrot mit Bautzner Senf esse ist doch nicht merkwürdig, oder?

 

21. Wen taggst Du?

Ich tagge die Frau Feuerengel und Corcken.

Leben mit der Lüge

2012-11-17 14:09:36 +0000

Dann waren da noch Gedanken und Ansichten, die ich über mich hatte / habe, die inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen sind.

In meiner Kindheit und Jugend war ich wenig bis gar nicht selbstbewusst und was Gefühle anging total kalt. Ich fühlte rein gar nichts. Es muss an einem Samstag Nachmittag gewesen sein, ich sah grade Star Trek Next Generation. Data lief auf die Brücke, als ich mich mit ihm verglich. Immer auf Logik gepolt, fern jeglicher Emotion. Es war schockierend. Um mich von dem Gegenteil zu überzeugen, schlug ich mit der Faust gegen die neben mir stehende Wand und fühlte: nix. Kein Schmerz, keine Regung. Nix.

Ich lebte einige Jahre so weiter, vergaß dieses Erlebnis. Und dann zog ich nach Bremen. Ich fand Freunde und eine neue Familie. Meine Gemeinde - die Jesus Freaks Bremen.

Ich erkannte, dass ich eine riesige Mauer um mich herum auf gezogen hatte. Ich ließ nichts an mich rankommen. Aber nun wollte ich fühlen. Ich wollte Gefühle - ich hatte zu lange ohne gelebt. Und sie kamen. Ich konnte wieder weinen, aus vollen Herzen lachen, war traurig und ab und zu auch mal wütend.

Eine Zeit, in der ich mit der Masse an Emotionen auch etwas überfordert war. In mir formte sich der Satz: "Ich lern grade mit den Emotionen umgehen. Das ist alles total neu für mich." Ein Satz, der mittlerweile über sieben Jahre alt ist.

Letztens sprachen die Liebste und ich über dieses Thema. Und ich sprach diesen Satz wieder aus. Er hallte nach. Einige Tage. Bei einem anderen Gespräch fiel dieser Satz wieder. Und es hallte weiter.

Der Groschen fiel anscheinend pfennigweise. So neu sind die Gefühle für mich gar nicht. Ich habs nur eine ganze Zeit lang nicht gemerkt und bin mit der gleichen Einstellung wie vor sieben Jahren an das Emotionsthema herangegangen.

Ich habe jahrelang mit einer Lüge über mich selbst gelebt. Nun habe ich sie enttarnt. Neu sind die Gefühle nicht mehr. Fast ein Viertel meines Lebens empfinde ich nun wieder. Ich brauche nicht mehr mit dieser Lüge leben. Und ich werde nicht mehr mit dieser Lüge leben.

 

Der Countdowb geht zu Ende

2012-11-13 06:42:55 +0000

Über einen Monat habe ich nun auf Twitter jeden Arbeitstag runter gezählt. Heute kommen die letzten beiden Tweets mit "1" und "0" dazu.
Die Liebste hat Kuchen gebacken. Den gibts heute zum Ausstand in der Firma.
Ein Lebensabschnitt geht zu Ende. Ich freu mich schon auf den neuen.

Traumhochzeitswoche

2012-09-09 21:10:35 +0000

Es war bereits eine Woche vor der standesamtlichen Trauung - am Freitag, um 11.10 Uhr. Genau eine Woche noch, dann würden die Liebste und ich uns auf dem Standesamt das Ja-Wort geben. Die Aufregung stieg, ich konnte an kaum mehr was anderes denken.

Diese Aufregung hielt sich über das gesamte Wochenende. Besser wurde das erst am Montag. Da kam mein Bruder samt Begleitung in Bremen an. Die pure Anwesenheit meines Trauzeugen reichte aus, um mich zu beruhigen.

Am Dienstag machten wir dann nach meiner Arbeit noch einen kleinen Ausflug zu einem Bremer Tattoostudio. Mein Bruder liess sich spontan am Tag meines Junggesellenabschiedes noch tättowieren.

Am Mittwoch Abend fand dann mein Junggesellenabschied statt. Mehr, als dass ich normal zu unserem Hauskreis gehen sollte, wusste ich nicht. Ich wurde da schon von einer Großzahl der Jungs begrüßt. Der Abend stand unter der Schirmherrschaft von EpicMealTime. Im Gepäck hatten sie mehrere Kilo Hack und Fladenbrote. Zur Begrüßung durfte ich einen großen Hieb aus der Whiskyflasche nehmen (nach dem ersten Schluck durfte ich feststellen, dass sich doch nur Eistee darin befand. Man kann da ja auf einem Junggesellenabschied nie sicher sein.) Dann wurde ich noch mit den nötigen Utensilien ausgestattet. Ein T-Shirt (bacon strips & bacon strips & bacon strips & bacon strips & bacon strips & got married), eine Kette (Mein letzter Tag als Freiwild) und das dazu passende Geweih. Dummerweise hatte ich mein Smartphone nicht dabei, sodass der Handyplömpel dann auf meiner Stirn landete. Ein Umstand, der Tage später noch für Gelächter sorgte.

Nachdem nun das Hack fertig zubereitet war und ich ein "Hör auf den Bacon zu fressen, du kriegst nachher noch das ganze Fladenbrot!" zu hören bekam, machten wir uns dann zum Grillplatz auf. Auf dem Weg dahin hieß mich ein Schild "Vorsicht Absturzgefahr" willkommen. Ich war froh um diesen Hinweis. (Der gefürchtete Absturz blieb dann doch aus. Puh). Es war ein schöner netter Abend mit viel Gelächter, Magenschmerzen und noch mehr Lachen. Danke Jungs für dieses unvergessliche Erlebnis.

Am Donnerstag kamen dann unsere Mütter nebst Freunden an. Geplant war die elterliche Ankunft in unserer Wohnung gegen 17 Uhr. Da meine Mutter nebst Schwester und Freund allerdings schon gegen fünf Uhr morgens in Dresden losfuhren, warteten sie schon vor unserer Haustür, bevor wir da ankamen. Ganz zum Gegenteil zum Gefolge der Liebsten. Die warteten vor dem Hostel, dass sie einchecken durften. Die Donnerstag Abend war dann ein nettes Zusammensitzen mit den Müttern nebst Freunden. So konnten sich die beiden schonmal beschnuppern und kennen lernen. Außerdem konnten wir so schon die Absprachen für den Freitag und damit die standesamtliche Trauung treffen.

Der Freitag war quasi Generalprobe für Sonntag. Und der Tag, als der Brautführer der Liebsten aus der Schweiz anreisen würde. Wir standen also früh genug auf, um noch ein bisschen Zeit für uns zu haben und noch schnell durch die Wohnung zu huschen. Ich war recht gelassen, frühstückte in Ruhe und legte mich noch zu einem kleinen Schläfchen auf die Couch. Von Aufregung keine Spur. Und dann klingelten die Schweizer. Da stieg der Puls. Kurz nach den Schweizern traf dann auch die Trauzeugin der Liebsten ein, ebenso mein Bruderherz. Gesammelt fuhren wir dann zum Standesamt. Da ging es zu wie im Taubenschlag. Allein auf der Aussichtsplattform konnten wir mindestens sechs Brautpaare zählen. Alle in weiß bzw. Anzug. Wir fielen da ein wenig raus. Ich im schwarzen Hemd und Männerrock, die Liebste im Korsett und Hose. Im Trauzimmer befanden wir uns dann auch nur knapp 10 Minuten, dann waren wir vor dem Gesetz verheiratet. Für uns war diese Trauung angemessen - die kirchliche Trauung am Sonntag war uns dann eh wichtiger. In der Tiefgarage des Standesamtes sagte ich dann zur Liebsten: "Das war ja nur für den Nachnamen und die Steuer." Die Generalprobe hatten wir geschafft. Die Probe der Feier fand dann bei MudderSeemann im Garten statt. Am Abend gingen wir noch in unser Standesamtklamotte aufs Überseefestival. Ein gelungener Abend nach einem schönen Tag.

Samstag luden wir zum Frühstück für alle Angereisten und Gastgeber. Wieder eine Kennenlernmöglichkeit für die Mütter, die nun langsam gegenseitig auftauten. Als dann alle Gäste wieder ausgeflogen waren, fielen wir im Wohnzimmer in einen komatösen Schlaf. Die Tage bisher waren dann doch sehr anstrengend gewesen. Am Abend dann noch eine kleine Krise. Unser Gitarrist sagte ab, weil sein Vater im Krankenhaus lag. Doch dafür würde sich eine andere Lösung finden - in unserer Gemeinde sind genug Musiker.

Und dann war er da. Der Tag, auf den wir schon seit Anfang des Jahres hingefiebert hatten. Unser Hochzeitstag. Wir standen recht früh auf, sollte ich doch gegen 10 Uhr schon zur Burg aufbrechen. Mein Bruder und Begleitung schlugen früh bei uns auf. Die Trauzeugin der Liebsten folgte auch recht bald. Ich war da schon nix weiter als ein nervöses Bündel. Dann hieß es anziehen - mein Gewand. Nach einem kleinen Hinzufügen eines Gürtels brachen wir dann in Richtung Burg auf. Fahrzeit: eine knappe Stunde. Das Wetter: bewölkt und regnerisch.

Wir kamen etwas nach dem von mir angepeilten Zeitpunkt an der Burg an. Eine schwerwiegende Entscheidung stand an. Trauung im Biergarten im Freien oder dann doch drinnen. Da wir die ersten von den Helfern an der Burg waren, wartete ich noch auf die Techniker um die Entscheidung zu treffen. Dann trafen die ersten Helfer ein - die Techniker waren noch nicht darunter. Etwas später kam dann der Prediger und Techniker in Personalunion an. Beim Öffnen des Burgtores klemmte ich mir noch den rechten Ringfinger ein. Ausgerechnet den rechten Ringfinger. Zum Nervösitätsabbau trug dieser Umstand dann nicht wirklich bei. Eine kurze Absprache mit dem Techniker. Seine Äußerung: "Wenn's regnet können wir einfach Tüten drüber legen, dann passt das schon." Also dann doch die Trauung im Biergarten. Ab dann hielt ich immer ein Auge in Richtung Himmel. Die Stühle wurden aufgestellt, die Notfallkörbchen auf die Toiletten gestellt und gewartet. Auf den Fotografen und die Person, die den Altarschmuck aufbauen sollte. Wertvolle Sekunden verrannen, nix tat sich. Ich tigerte wie aufgelöst durch den Biergarten, durch den Innenhof, zum Parkplatz. Dann die Hiobsbotschaft: Die Mikros fehlten. Also machte sich der Prediger nochmal auf nach Bremerhaven um die Mikros zu holen. Die Stühle standen und die Sitzkissen waren platziert, als der Himmel das erste Mal seine Schleusen öffnete. "War es doch die falsche Entscheidung, die Trauung im Biergarten stattfinden zu lassen, war das Risiko zu hoch?" Eine Frage, die mich noch eine zeitlang beschäftigen sollte.

Auf einmal stand dann der Mann von der Trauzeugin im Biergarten, den Brautstrauß von Freitag in der Hand. "Ihr seid schon da?", fragte ich ihn. "F*ck, die sind schon da, wie spät ist das? Hier fehlt noch der Altarschmuck, der Fotograf und der Prediger ist auch grade nochmal losgefahren. Und scheiße, hoffentlich bleibt das trocken. Wenn die Liebste total durchnässt zum Altar kommt, wär das doof. Und wo bleiben die ganzen Gäste?" Meine Nervosität erreichte einen neuen Höhepunkt. Der Aktionismus überfiel mich. Ich rannte ins Restaurant und wollte einen Blick in Richtung Parkplatz werfen, um zu schauen, wo denn die Altaraufbaudame bleibt. Mein Bruder pfiff mich zurück, ich dürfte da aus Gründen nicht mehr hin. Ich schnappte mir die Frau des Predigers, zusammen bauten wir den Altarschmuck auf. Der zweite Techniker kam auf mich zu, fragte nach dem MP3-Player für die Einzugsmusik. Ich reichte ihm einen von dem beiden. Da sollte dann nur ein Lied drauf sein. Das erste Lied, was er abspielte war "Kopfhaut" von den Ärzten. Mein Bruder machte einen Scherz, dass es doch recht lustig sei, wenn die Liebste zu "Du kannst gehen, aber deine Kopfhaut bleibt hier" einzieht. Glücklicherweise hatten wir einen zweiten MP3-Player mit Greensleaves bestückt. Eine halbe Minute später ertönte die Einzugsmusik im Biergarten. Dies war der Moment, wo ich das erste Mal zum Taschentuch griff, um mir die Freudentränen wegzuwischen.

Dann traf der Prediger wieder ein. Inzwischen lagen die Kirchenblättchen und die Gastgeschenke auf den Sitzplätzen. Und es begann wieder zu regnen. Also nochmal Stühle zusammenrücken, damit sie nicht nass werden. Es war Millimeterarbeit. In Absprache mit mir rief der Prediger dazu auf, sich nun einen Platz zum Sitzen zu suchen. Es regnete fröhlich weiter. Immer wieder kamen in der Zwischenzeit Menschen zu mir, um mich zu beruhigen: mein Trauzeuge, die Trauzeugin der Liebsten, der Prediger und wer nicht sonst noch alles. An einer Ecke sah ich schon den Brautführer meiner Braut, während wir am Altar in einer Last-Minute-Entscheidung noch die Trauzeugen neben uns platzierten, damit sie auch im Trockenen sitzen können.

Ich befand mich noch im Wuselmodus, als die Einzugsmusik erklang - und der Regen noch einmal stärker wurde. Als ich dann erahnen konnte, dass die Liebste auf dem Weg zum Altar war, war jegliche Anspannung vergessen. Ich versuchte einen Blick auf meine Braut zu erhaschen, doch stand da der Fotograf im Weg. Als er dann weg war, war ich wie erschlagen von der Schönheit meiner Braut und die Tränen schossen mir in die Augen. Das Atmen fiel mir schwer. (Noch immer kommen mir die Tränen, wenn ich an diesen Moment denken muss.) Wie in Trance nahm ich sie entgegen. Dass sich der Brautführer setzte, bekam ich gar nicht mit.

Die wunderschöne Zeremonie begann, auch wenn sie anfangs noch in Regen getaucht war. Die Predigt war passend zu uns und ich denke dass sich unsere nichtchristlichen Freunde auch nicht gelangweilt haben. Der Herzschlag erhöhte sich noch einmal, als wir uns unsere Eheversprechen vorlasen. Was bin ich froh, dass ich da noch die Worte rausgebracht habe. Wir beide zitterten beim Ringewechsel - aber wohl im gleichen Takt, sodass zumindest ich keine Probleme hatte, meiner Braut den Ring anzustecken. Der Kuss wurde dank unserer Gastgeschenke von Glöckchenläuten begleitet. Und zum letzen Lied waren einige Kinder mit nach vorn gekommen und machten Seifenblasen. So schön, so schön, als wir dann beide zu Greensleaves auszogen. Hinter der Burg umarmten wir uns dann das erste Mal als Ehepaar <3.

Zum Sektempfang begrüßte uns die Sonne. Die Einzelfotos wurden gemacht. Da die von uns eingeplante Hellebarde nicht verfügbar war, kam der Schulterdrache der Liebsten zum Einsatz. Ich bin gespannt darauf, was unsere Gäste mit ihm anstellten. Irgendwann waren wir an der Reihe. Typisch für uns saßen wir in den Traukostümen rittlinks auf der Kanone. Sind sicher schöne Bilder geworden.

Nachdem der Brautstrauß geworfen war, blies der Barde Giacomo zum Rittermahl. Eine sehr schöne und auch lustige Zeit - und genau das, was wir uns vorstellt hatten. Eine wunderschöne Feier für unsere Traumhochzeit.

Zwischendurch nahmen meine Frau und ich uns immer mal wieder Zeit um eine oder zwei Runden um die Burg zu drehen und Zeit für uns zu haben. einfach wunderschön.

Nachdem Giacomo mit seinem Programm geendet hatte, schnitten wir die Hochzeitstorte an. Eine Erdbeertorte als Doppelherz. Nun war so langsam die Zeit gekommen, als uns die ersten Gäste verließen. Mein Bruder, seine Begleitung und wir verließen als letzte die Burg - die restlichen Utensilien und die Geschenke im Kofferraum.

Zuhause angekommen trug ich meine Frau standesgemäß über die Schwelle, dann verabschiedeten wir meinen Bruder und seine Begleitung und wir uns in die Hochzeitsnacht. ;)

Und nun - nun sind wir Mann und Frau. Es war eine Traumhochzeit, von der wir beiden schon jahrelang geträumt hatten. Es war einfach wunderschön. Aber alleine hätten wir das nie auf die Beine stellen können. Also auch an dieser Stelle nochmal ein riesengroßes Dankeschön an alle, die uns geholfen haben. <3

And counting

2012-08-19 12:37:02 +0000

Ruhig wars hier auf dem Blog die letzten Wochen. Mein Kopf ist recht beschäftigt mit Bewerbungen, mit dem Arbeiten in der Wiedereingliederung und heute in ner Woche werden die Liebste und ich uns das Ja-Wort geben.

Die Wiedereingliederung läuft ziemlich gut. Den Wechsel von drei Stunden auf fünf Stunden am Tag hab ich gut verkraftet. Auch wenn die ersten Tage recht anstrengend waren.

Neben der Wiedereingliederung laufen die Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. Die ersten Gespräche hatte ich schon, die ersten Rückläufer sind auch schon in den heimischen Katakomben angekommen. Ich suche weiter. (Eine Stelle als Software- oder Webentwickler in Bremen. Wer was weiß, bitte melden.)

Die Aufregung steigt. Die Hochzeitswoche beginnt und so langsam fällt es schwer sich zu konzentrieren. Die Hochzeit macht sich doch recht stark in den Gedanken breit. Nicht selten erwische ich mich bei den Gedanken, wie ich am nächsten Sonntag am Altar stehe und die ersten Blicke auf die Liebste erhaschen kann. Eine sehr aufregende Zeit.

Level Up II

2012-08-04 13:01:22 +0000

Die erste Woche der Wiedereingliederung ist rum. Es ist erstaunlich, wie viel Unterschied diese drei Stunden Arbeiten am Tag machen. Ich fühle mich erneut erstarkt und voller Energie.

Die ersten zwei Tage waren noch ein wenig schwierig, aber mittlerweile konnte ich mich in ein Webentwicklungsprojekt einfinden. Und die steckt mir ja bekanntlich im Blut.

Es ist ein schönes Gefühl, wieder regelmäßig was tun zu können. Und dass das auch in Zukunft so bleibt, schreibe ich fleißig Bewerbungen.

Viele Sachen ändern sich für uns grade. Vieles ist im Umbruch. Die Hochzeit steht diesen Monat an. Die Liebste schreibt ihr Bachelorarbeit und kommt so dem Studiumsabschluss immer näher, ich bin auf Jobsuche und wir haben uns gestern auch ein neues Auto gekauft. Der Start ins neue Leben wird tatsächlich ein Start in ein neues Leben. Es ist so spannend und aufregend grade. Ich freu mich drauf.

Von Entscheidungen

2012-07-09 13:30:27 +0000

Manche Entscheidung geht schnell von der Hand, andere brauchen länger. Manche werden direkt umgesetzt, bei anderen muss man warten.

Was alle gemein haben? Es ist gut Entscheidungen zu treffen und sie umzusetzen. Das verhindert Stillstand.

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