familystory

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Ein wunderschöner Urlaub im Artgerecht Camp

2016-07-29 17:02:47 +0000

... oder: Mein schönestes Ferienerlebnis


Auf diesen Sommerurlaub habe ich mich schon seit letztem Oktober gefreut. Im Oktober hatte die Liebste an einer Ausbildungswoche vom Artgerecht Projekt mit Nicola Schmidt und Julia Dibbern teil genommen. Und mein Wunsch an vielen Tagen in der Natur zu sein, fern ab von Medien, Nachrichten und Social Media war geweckt.

Tschüss Welt


Wir packten unsere Sachen, verstauten alles im Auto: Zelt, Gummistiefel, Moskitonetz. Und Klamotten. Viel zu viele Klamotten, wie wir nach den ersten Camptagen feststellten. Das Handy blieb ausgeschaltet zu hause. Die Welt blieb draußen. Das erste Mal seit... Naja... Bewusst seit immer.

Hallo Wald


Wir kamen einen Tag vor Campbeginn in Drei Eichen bei Berlin an und bauten das Zelt auf der kleinen Zeltwiese an. Drei Eichen ist eine kleine Ansammlung von Häusern mitten im Wald mit einer Zeltwiese und einem Tippidorf. Die erste Zeit verbrachten wir auf dem Zeltplatz. Unser Zelt stand, allmählich kamen weitere Zeltplatzbewohner dazu. Unter anderem unsere Mitbewohnerin Karima für eine Nacht.

Kaum in Worte zu fassen


Die Tage auf dem Zeltplatz und auch im Tippidorf waren toll. Es war schön zu erleben, wie in wenigen Tagen mit mehr oder weniger unbekannten Menschen ein Clan- und Zusammengehörigkeitsgefühl aufkommt. Wir waren mit vielen Familien zusammen. Und jeder hatte ein Auge auf den anderen und die Kinder. Das Zeitgefühl fiel schnell hinten über. "Welcher Tag ist heute", war bald nicht mehr wichtig. Es war fantastisch zu sehen, wie mutig und selbstbewusst unser Kind ist. Es ist kaum in Worte zu fassen, wie ich gerade zu Ende des Camps auch meinem eigenen Körper viel mehr zu trauten, wie z.B. einem 2-Kilometer-Barfuß-Sprint durch den Wald. Und die Füße fanden wie von selbst ihren Weg neben die Tannenzapfen.

Den Drang zur Ursprünglichkeit (wieder) geweckt


Ich habe in diesen Tagen sehr viel von mir wieder entdeckt. Als Kind war ich sehr oft in der Natur. Habe da gespielt oder bin mit meinen Eltern in den Wald gegangen und habe Pilze gesammelt. All diese Sachen habe ich in den letzten 15 Jahren vergessen oder verlernt. Und im Camp wieder entdeckt. Die Ausflüge in den Wald und zum Kräuter sammeln haben mir sehr gut getan. Aus den Kräutern haben wir Pesto, Kräuterbutter und Smoothies hergestellt.

Persönlichkeitsändernd?


Diese zehn Tage waren: herrlich, entschlackend, mutgebend, herausfordernd, wunderschön und viel zu kurz. Ich habe viel über mich, über Komfort, über Minimalismus und über die Natur gelernt.

Für nächstes Jahr wünsche ich mir wieder ein Artgerecht Camp. <3

Wochenende in Bildern - 11. / 12. Juli 2015

2015-07-12 17:24:02 +0000

Dieses Wochenende ist wieder bebildert worden. Die gute Frau Mierau sammelt auch dieses Mal wieder Wochenenden in Bildern. And here we go again.

Beim Artikelbild habe ich etwas gecheatet. Das ist eigentlich vom Freitag. Aber "Laugh" und Gitarre haben wir dieses Wochenende sehr oft gespielt. <3.

Unser Samstag beginnt wie fast jede Woche mit einer Männerrunde. Der Kleine und ich stehen auf und machen uns auf bilden wieder #TeamBrötchen. Es geht erst Richtung Bäcker - mit einem kleinen Zwischenstop an der Bushaltestelle.

TeamBrötchen macht Pause

Meistens wenn wir vom Bäcker und vom Fleischer wieder kommen, dann ist der Prinz schon satt. Brötchen und Wurst werden abgestaubt. Heute präsentiert euch TheLittleOne seine Beute.

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Wieder zu Hause angekommen, decken wir den Tisch und wecken die Liebste. Dann gibts Kaffee.

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Unseren Pflanzen haben wir Namen gegeben. Die hier abgebildete heißt "Fräulein Flora". Fräulein Flora widmete sich am Samstag Morgen dem Protest und wollte aufmerksam machen, dass sie gern wieder gegossen werden möchte. Also stürzte sie sich todesmutig vom Expedit gen Fußboden.

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Ein Rest Erde bleibt liegen. Der Kleine macht sich auf, holt Schaufel und Besen. Und kehrt den Rest zusammen und bringt ihn zum Müll. Total cool. :D

Gegen Mittag macht sich die Liebste auf. Sie ist zum Einkaufen verabredet. Stoffe soll es geben. Der Prinz und ich bleiben zu Hause und Baden. Nach dem Baden ist er so müde, dass er schlafen gehen möchte. Kurze Zeit später schläft er auch.

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Mit Laptop und Tablet mache ich es mir dann auf dem Sofa gemütlich. Ein paar Sachen für das Freakstock wollen noch programmiert werden.

Die Liebste kommt wieder nach Hause, der Kleine wacht auf und wir warten auf die Zeit, bis unser Wegfest anfängt. Weil wir alle noch mehr oder weniger matschig sind, legen wir uns noch einmal zusammen ins Bett.

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Das Wegfest ist eine schöne Gelegenheit auch die anderen Nachbarn kennen zu lernen. "Bring your own Besteck und so", ist angsagt, Wir packen also unser Bambuscampinggeschirr ein.

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Unser Kind ist nicht das einzige Kleinkind. Also packen wir etwas Spielzeug in unseren Garten. Unter anderem das Pickler Dreieck. Und wieder überrascht er uns mit einigen motorischen Fähigkeiten. Aber seht selbst.

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Es wird gegrillt, gegessen und es wird etwas später.

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Die Nacht ist unruhig. Sehr unruhig. Die Liebste darf weiter schlafen, während der Prinz und ich aufstehen. "Milch, mich, Milch", rufend läuft er kleine durch unser Erdgeschoss. Mein Hirn hat ähnliches in Kopf:

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Die Kaffeemaschine arbeit, die Milch wird eingeschenkt. Und wir widmen uns dem ersten Frühstück. Von gestern sind noch Pizzaschnecken übrig. Von der Liebsten und sehr nomsig.

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Nach dem Frühstück brechen wir zum ersten Gottesdienst des Tages auf. Als gut vorbereiteter WIB-Blogger habe ich natürlich das Handy nicht über Nacht geladen. Also bleibt das Handy zu Hause und vergnügt sich mit dem Ladekabel auf dem Sofa.

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Auf dem Rückweg vom Gottesdienst schläft der Kleine im Auto ein. Die Zeit des Mittagsschlafes nutzen wir für ein paar Folgen Buffy.

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Ich mache es mir auf dem Sofa gemütlich und schlafe auch mit ein. Zwergi und ich werden wieder wach - und kurzerhand entscheiden wir uns für die zweite Gottesdienstrunde des Tages. Da es regnet machen wir uns mit dem Regenschirm in Richtung Auto auf.

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Heute sind nicht viele Leute da. Zwergi hat also viel Platz zum Spielen.

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Wieder im Haus gehts nochmal in die Wanne. Und dann ins Bett.

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Und zum Abschluss des Wochenendes gibt es noch ein paar Jagderfolge von #TeamBrötchen. Extra für euch sogar mit Petersilie.

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Zwei Jahre

2014-08-26 17:54:56 +0000

Zwei Jahre ist's her.
Ich stand am Altar.
Du kamst mir im Regen entgegen.
Ich kann es nicht beschreiben:
Einfach wunderbar.

Nie mehr möchte ich dich an meiner Seite und den Ring an meinem Finger missen.

Eine Geburt im November

2013-11-14 18:21:50 +0000

Es begab vor 28 Jahren. Wir schreiben das Jahr 1985. In einem kleinen  malerischen Dörfchen im Erzgebigsvorland liegt Schnee. Viel Schnee. (Die heutigen Medien würden es als Jahrhundertwinter bezeichnen.)
Am Abend vorher hat ich eine kleine Kolonne in Richtung Stadt in Bewegung gesetzt. Ein Motorrad - darauf ein bärtiger Mann. Und ein Auto, darin die Freundin des Mannes. Und die Nachbarin der beiden. Es fängt an zu schneien.
Das Ziel der Fahrt: Ein Krankenhaus. Genauer gesagt ein Kreißsaal. Bis zur Geburt des gemeinsamen Sohnes sollte es nun nur noch eine Nacht und ein paar Stunden dauern.
Nun ist es soweit. Die Nacht vorbei, der Schnee ist da. Nach einigen Anstrengungen erblickt ein kleiner Junge um 10.20 Uhr das Licht der Welt.

So oder so ähnlich hat es sich zugetragen - als ich vor 28 Jahren zur Welt kam.

Von Prioritäten und Grundsätzen

2013-08-20 19:09:17 +0000

Man liest immer mal wieder davon, dass alte Menschen auf ihr Leben zurückschauen. Und bereuen. Dann liest oder hört man Sätze wie: "Ich wünschte ich hätte mehr Zeit mit meiner Familie verbracht" oder "Ich hätte weniger arbeiten sollen."

Es gibt so ein paar Dinge, die ich nie sagen oder tun möchte. Die Arbeit oder den Dienst über die Familie stellen gehört für mich dazu. Und danach versuche ich auch mein Leben auszurichten.
Ich möchte nicht, dass ich Überstunden schiebe, mehr Geld nach hause bringe, damit wir uns was leisten können und ich dabei gar nicht mehr für die Familie verfügbar bin.
Meine Frau und mein(e) Kind(er) sollen auch was von mir haben. Ich habe lieber weniger Geld aufm Konto und dafür mehr Zeit mit meinen Lieben.

Ein (fehlender) Eintrag

2012-11-25 20:22:00 +0000

Heute fand ich eine Geburtsurkunde von mir. Zur Hochzeit hatte ich noch einen Auszug aus dem Geburtenregister angefordert. Die beiden Dokumente unterscheiden sich. Laut Geburtsurkunde habe ich keinen Geburtsnamen, laut Auszug aber schon.
Ein Gespräch auf Twitter klärte ein wenig auf. Und doch kamen neue Fragen auf.
Ich bin ein uneheliches Kind. Meine Eltern heirateten erst knapp zwei Jahre nach meiner Geburt. Mit der Hochzeit meiner Eltern nahm och dann auch den Familiennamen meines Vaters an. Das kann ich aus dem Geburtsregisterauszug entnehmen. Was mich nun stutzen lässt, ist die Tatsache, dass der Eintrag für die Anerkennung der Vaterschaft fehlt.
Haben meine Eltern die Anerkennung einfach vergessen? Wollte mein Vater nicht anerkennen? Hat meine Mutter der Anerkennung nicht zugestimmt? Sollte eine der beiden letzten Vermutungen stimmen, warum haben sie trotzdem geheiratet? Weil man eine Schwangere nicht verlässt oder weil man in der DDR doch nicht alleine erzieht? Das dürfte ein Telefonat mit meiner Mutter klären. Fragen die in einer Zeit kommen, in der ich mich auf die Suche nach meiner Vergangenheit mache...

EDIT
Heute mit meiner Mutter telefoniert und irgendwie nur unzureichende Antworten bekommen. Man habe sie im Krankenhaus nicht nach dem Vater gefragt oder danach, ob er eingetragen werden soll. Die Anerkennung sind sie dann wohl nicht angegangen, weil sie sowieso heiraten wollten. An den Rest kann sie sich nicht mehr erinnern oder ist in den Weiten der DDR-Bürokratie untergegangen.

Ich kenne ja meinen Vater. Und der, den ich als meinen Vater kenne, ist auch mein Vater. Meine Geschwister sind da der beste Beweis dafür.
Nur hat sich nun eine kleine Lücke aufgetan und es zehrt an mir, nicht zu 100% zu wissen, warum die Vaterschaftsanerkennung fehlt.
Wenn mir das schon so geht, wie geht das dann erst meiner Tochter, wenn sie sich auf die Suche nach ihrem Vater macht. Mein Name steht ja nun nicht im Geburtsregister. Diese Tatsache macht mich ein wenig traurig.

Auf der anderen Seite ändert dieser fehlende Eintrag nichts daran, dass meinen Vater kennen gelernt hab. Und das in der ganzen Zeit, in der ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe. Wir haben uns irgendwann von einander entfernt. Er war nicht auf der Hochzeit. Ich habe auch nicht im Ansatz Lust, ihn wegen dieser Sache anzurufen.
Und doch. Ich will wissen, was in der Zeit um meine Geburt bei meinen Eltern los war: Wie lange haben sie schon zusammen gewohnt, als ich geboren wurde. Wann haben sie sich dazu entschieden zu heiraten? (Einen Antrag gabs nach meinem Wissen nicht.)

Redewendungen meines Vaters

2012-11-19 17:33:22 +0000

... und was ich draus gemacht habe.

Zacki - Schnellsein durch Weglassen wichtiger Handgriffe


Mein Vater arbeitete lange Zeit als Maurer. Sein Chef saß seinen Angestellten und somit auch meinem Vater regelmäßig im Nacken, dass sie schneller arbeiten sollten. "Zacki" war dabei des Chefs Lieblingswort, um seine Mitarbeiter zu motivieren. Nun ja, unter schneller arbeiten leidet meist die Qualität, was zu hause dann meist in diesem Spruch mündete, wenn mein Vater mal wieder vom "Zacki" erzählte.

Was habe ich draus gemacht? Ich lass mir Zeit beim Arbeiten und schaue auf die Qualität. Manchmal sieht es so aus, als würde ich nix tun, aber da denke ich über die Folgen meines Handelns nach. Bevor(!) ich was tue. Nachteil an dieser Herangehensweise: Ich komme mir manchmal unproduktiv vor.

Ich höre immer nur kaufen, kaufen, kaufen. Lasst mich das Geld doch erstmal verdienen!


Dieser Satz kam fast jedes mal, wenn wir etwas anschaffen wollten. Ja, mein Vater war lange Zeit Hauptverdiener in unserer Familie und ich kann verstehen, dass mit "seinem" Geld vernünftig umgegangen werden sollte. Aber es gab auch Zeit, da haben meine beiden Eltern gearbeitet. Auch da kam dieser Satz.

Was ich draus gemacht habe? Manchmal denke ich diesen Satz noch selber und frage mich, ob so manche Anschaffung wirklich nötig ist. Allerdings stelle ich mir diese Frage manchmal auch zu oft. In der Vergangenheit habe ich mich dann oft ärmer gedacht, als ich tatsächlich war.

Was irgendwie hängen blieb, ist dass Geld aus zu geben, etwas Schlechtes ist und Geld zu sparen etwas Gutes. Anschaffungen sind nun nicht per se schlecht. Und Geld darf auch ausgegeben werden. Ich denke da bei jeder Anschaffung und bei einigen Einkäufen dran.

Das soll nun für den Anfang erst einmal reichen. Vielleicht entsteht ja daraus doch noch so eine Art Reihe. Wir werden sehen.

Habt ihr auch solche Redewendungen, die in eurem Leben wider hallen?

Traumhochzeitswoche

2012-09-09 21:10:35 +0000

Es war bereits eine Woche vor der standesamtlichen Trauung - am Freitag, um 11.10 Uhr. Genau eine Woche noch, dann würden die Liebste und ich uns auf dem Standesamt das Ja-Wort geben. Die Aufregung stieg, ich konnte an kaum mehr was anderes denken.

Diese Aufregung hielt sich über das gesamte Wochenende. Besser wurde das erst am Montag. Da kam mein Bruder samt Begleitung in Bremen an. Die pure Anwesenheit meines Trauzeugen reichte aus, um mich zu beruhigen.

Am Dienstag machten wir dann nach meiner Arbeit noch einen kleinen Ausflug zu einem Bremer Tattoostudio. Mein Bruder liess sich spontan am Tag meines Junggesellenabschiedes noch tättowieren.

Am Mittwoch Abend fand dann mein Junggesellenabschied statt. Mehr, als dass ich normal zu unserem Hauskreis gehen sollte, wusste ich nicht. Ich wurde da schon von einer Großzahl der Jungs begrüßt. Der Abend stand unter der Schirmherrschaft von EpicMealTime. Im Gepäck hatten sie mehrere Kilo Hack und Fladenbrote. Zur Begrüßung durfte ich einen großen Hieb aus der Whiskyflasche nehmen (nach dem ersten Schluck durfte ich feststellen, dass sich doch nur Eistee darin befand. Man kann da ja auf einem Junggesellenabschied nie sicher sein.) Dann wurde ich noch mit den nötigen Utensilien ausgestattet. Ein T-Shirt (bacon strips & bacon strips & bacon strips & bacon strips & bacon strips & got married), eine Kette (Mein letzter Tag als Freiwild) und das dazu passende Geweih. Dummerweise hatte ich mein Smartphone nicht dabei, sodass der Handyplömpel dann auf meiner Stirn landete. Ein Umstand, der Tage später noch für Gelächter sorgte.

Nachdem nun das Hack fertig zubereitet war und ich ein "Hör auf den Bacon zu fressen, du kriegst nachher noch das ganze Fladenbrot!" zu hören bekam, machten wir uns dann zum Grillplatz auf. Auf dem Weg dahin hieß mich ein Schild "Vorsicht Absturzgefahr" willkommen. Ich war froh um diesen Hinweis. (Der gefürchtete Absturz blieb dann doch aus. Puh). Es war ein schöner netter Abend mit viel Gelächter, Magenschmerzen und noch mehr Lachen. Danke Jungs für dieses unvergessliche Erlebnis.

Am Donnerstag kamen dann unsere Mütter nebst Freunden an. Geplant war die elterliche Ankunft in unserer Wohnung gegen 17 Uhr. Da meine Mutter nebst Schwester und Freund allerdings schon gegen fünf Uhr morgens in Dresden losfuhren, warteten sie schon vor unserer Haustür, bevor wir da ankamen. Ganz zum Gegenteil zum Gefolge der Liebsten. Die warteten vor dem Hostel, dass sie einchecken durften. Die Donnerstag Abend war dann ein nettes Zusammensitzen mit den Müttern nebst Freunden. So konnten sich die beiden schonmal beschnuppern und kennen lernen. Außerdem konnten wir so schon die Absprachen für den Freitag und damit die standesamtliche Trauung treffen.

Der Freitag war quasi Generalprobe für Sonntag. Und der Tag, als der Brautführer der Liebsten aus der Schweiz anreisen würde. Wir standen also früh genug auf, um noch ein bisschen Zeit für uns zu haben und noch schnell durch die Wohnung zu huschen. Ich war recht gelassen, frühstückte in Ruhe und legte mich noch zu einem kleinen Schläfchen auf die Couch. Von Aufregung keine Spur. Und dann klingelten die Schweizer. Da stieg der Puls. Kurz nach den Schweizern traf dann auch die Trauzeugin der Liebsten ein, ebenso mein Bruderherz. Gesammelt fuhren wir dann zum Standesamt. Da ging es zu wie im Taubenschlag. Allein auf der Aussichtsplattform konnten wir mindestens sechs Brautpaare zählen. Alle in weiß bzw. Anzug. Wir fielen da ein wenig raus. Ich im schwarzen Hemd und Männerrock, die Liebste im Korsett und Hose. Im Trauzimmer befanden wir uns dann auch nur knapp 10 Minuten, dann waren wir vor dem Gesetz verheiratet. Für uns war diese Trauung angemessen - die kirchliche Trauung am Sonntag war uns dann eh wichtiger. In der Tiefgarage des Standesamtes sagte ich dann zur Liebsten: "Das war ja nur für den Nachnamen und die Steuer." Die Generalprobe hatten wir geschafft. Die Probe der Feier fand dann bei MudderSeemann im Garten statt. Am Abend gingen wir noch in unser Standesamtklamotte aufs Überseefestival. Ein gelungener Abend nach einem schönen Tag.

Samstag luden wir zum Frühstück für alle Angereisten und Gastgeber. Wieder eine Kennenlernmöglichkeit für die Mütter, die nun langsam gegenseitig auftauten. Als dann alle Gäste wieder ausgeflogen waren, fielen wir im Wohnzimmer in einen komatösen Schlaf. Die Tage bisher waren dann doch sehr anstrengend gewesen. Am Abend dann noch eine kleine Krise. Unser Gitarrist sagte ab, weil sein Vater im Krankenhaus lag. Doch dafür würde sich eine andere Lösung finden - in unserer Gemeinde sind genug Musiker.

Und dann war er da. Der Tag, auf den wir schon seit Anfang des Jahres hingefiebert hatten. Unser Hochzeitstag. Wir standen recht früh auf, sollte ich doch gegen 10 Uhr schon zur Burg aufbrechen. Mein Bruder und Begleitung schlugen früh bei uns auf. Die Trauzeugin der Liebsten folgte auch recht bald. Ich war da schon nix weiter als ein nervöses Bündel. Dann hieß es anziehen - mein Gewand. Nach einem kleinen Hinzufügen eines Gürtels brachen wir dann in Richtung Burg auf. Fahrzeit: eine knappe Stunde. Das Wetter: bewölkt und regnerisch.

Wir kamen etwas nach dem von mir angepeilten Zeitpunkt an der Burg an. Eine schwerwiegende Entscheidung stand an. Trauung im Biergarten im Freien oder dann doch drinnen. Da wir die ersten von den Helfern an der Burg waren, wartete ich noch auf die Techniker um die Entscheidung zu treffen. Dann trafen die ersten Helfer ein - die Techniker waren noch nicht darunter. Etwas später kam dann der Prediger und Techniker in Personalunion an. Beim Öffnen des Burgtores klemmte ich mir noch den rechten Ringfinger ein. Ausgerechnet den rechten Ringfinger. Zum Nervösitätsabbau trug dieser Umstand dann nicht wirklich bei. Eine kurze Absprache mit dem Techniker. Seine Äußerung: "Wenn's regnet können wir einfach Tüten drüber legen, dann passt das schon." Also dann doch die Trauung im Biergarten. Ab dann hielt ich immer ein Auge in Richtung Himmel. Die Stühle wurden aufgestellt, die Notfallkörbchen auf die Toiletten gestellt und gewartet. Auf den Fotografen und die Person, die den Altarschmuck aufbauen sollte. Wertvolle Sekunden verrannen, nix tat sich. Ich tigerte wie aufgelöst durch den Biergarten, durch den Innenhof, zum Parkplatz. Dann die Hiobsbotschaft: Die Mikros fehlten. Also machte sich der Prediger nochmal auf nach Bremerhaven um die Mikros zu holen. Die Stühle standen und die Sitzkissen waren platziert, als der Himmel das erste Mal seine Schleusen öffnete. "War es doch die falsche Entscheidung, die Trauung im Biergarten stattfinden zu lassen, war das Risiko zu hoch?" Eine Frage, die mich noch eine zeitlang beschäftigen sollte.

Auf einmal stand dann der Mann von der Trauzeugin im Biergarten, den Brautstrauß von Freitag in der Hand. "Ihr seid schon da?", fragte ich ihn. "F*ck, die sind schon da, wie spät ist das? Hier fehlt noch der Altarschmuck, der Fotograf und der Prediger ist auch grade nochmal losgefahren. Und scheiße, hoffentlich bleibt das trocken. Wenn die Liebste total durchnässt zum Altar kommt, wär das doof. Und wo bleiben die ganzen Gäste?" Meine Nervosität erreichte einen neuen Höhepunkt. Der Aktionismus überfiel mich. Ich rannte ins Restaurant und wollte einen Blick in Richtung Parkplatz werfen, um zu schauen, wo denn die Altaraufbaudame bleibt. Mein Bruder pfiff mich zurück, ich dürfte da aus Gründen nicht mehr hin. Ich schnappte mir die Frau des Predigers, zusammen bauten wir den Altarschmuck auf. Der zweite Techniker kam auf mich zu, fragte nach dem MP3-Player für die Einzugsmusik. Ich reichte ihm einen von dem beiden. Da sollte dann nur ein Lied drauf sein. Das erste Lied, was er abspielte war "Kopfhaut" von den Ärzten. Mein Bruder machte einen Scherz, dass es doch recht lustig sei, wenn die Liebste zu "Du kannst gehen, aber deine Kopfhaut bleibt hier" einzieht. Glücklicherweise hatten wir einen zweiten MP3-Player mit Greensleaves bestückt. Eine halbe Minute später ertönte die Einzugsmusik im Biergarten. Dies war der Moment, wo ich das erste Mal zum Taschentuch griff, um mir die Freudentränen wegzuwischen.

Dann traf der Prediger wieder ein. Inzwischen lagen die Kirchenblättchen und die Gastgeschenke auf den Sitzplätzen. Und es begann wieder zu regnen. Also nochmal Stühle zusammenrücken, damit sie nicht nass werden. Es war Millimeterarbeit. In Absprache mit mir rief der Prediger dazu auf, sich nun einen Platz zum Sitzen zu suchen. Es regnete fröhlich weiter. Immer wieder kamen in der Zwischenzeit Menschen zu mir, um mich zu beruhigen: mein Trauzeuge, die Trauzeugin der Liebsten, der Prediger und wer nicht sonst noch alles. An einer Ecke sah ich schon den Brautführer meiner Braut, während wir am Altar in einer Last-Minute-Entscheidung noch die Trauzeugen neben uns platzierten, damit sie auch im Trockenen sitzen können.

Ich befand mich noch im Wuselmodus, als die Einzugsmusik erklang - und der Regen noch einmal stärker wurde. Als ich dann erahnen konnte, dass die Liebste auf dem Weg zum Altar war, war jegliche Anspannung vergessen. Ich versuchte einen Blick auf meine Braut zu erhaschen, doch stand da der Fotograf im Weg. Als er dann weg war, war ich wie erschlagen von der Schönheit meiner Braut und die Tränen schossen mir in die Augen. Das Atmen fiel mir schwer. (Noch immer kommen mir die Tränen, wenn ich an diesen Moment denken muss.) Wie in Trance nahm ich sie entgegen. Dass sich der Brautführer setzte, bekam ich gar nicht mit.

Die wunderschöne Zeremonie begann, auch wenn sie anfangs noch in Regen getaucht war. Die Predigt war passend zu uns und ich denke dass sich unsere nichtchristlichen Freunde auch nicht gelangweilt haben. Der Herzschlag erhöhte sich noch einmal, als wir uns unsere Eheversprechen vorlasen. Was bin ich froh, dass ich da noch die Worte rausgebracht habe. Wir beide zitterten beim Ringewechsel - aber wohl im gleichen Takt, sodass zumindest ich keine Probleme hatte, meiner Braut den Ring anzustecken. Der Kuss wurde dank unserer Gastgeschenke von Glöckchenläuten begleitet. Und zum letzen Lied waren einige Kinder mit nach vorn gekommen und machten Seifenblasen. So schön, so schön, als wir dann beide zu Greensleaves auszogen. Hinter der Burg umarmten wir uns dann das erste Mal als Ehepaar <3.

Zum Sektempfang begrüßte uns die Sonne. Die Einzelfotos wurden gemacht. Da die von uns eingeplante Hellebarde nicht verfügbar war, kam der Schulterdrache der Liebsten zum Einsatz. Ich bin gespannt darauf, was unsere Gäste mit ihm anstellten. Irgendwann waren wir an der Reihe. Typisch für uns saßen wir in den Traukostümen rittlinks auf der Kanone. Sind sicher schöne Bilder geworden.

Nachdem der Brautstrauß geworfen war, blies der Barde Giacomo zum Rittermahl. Eine sehr schöne und auch lustige Zeit - und genau das, was wir uns vorstellt hatten. Eine wunderschöne Feier für unsere Traumhochzeit.

Zwischendurch nahmen meine Frau und ich uns immer mal wieder Zeit um eine oder zwei Runden um die Burg zu drehen und Zeit für uns zu haben. einfach wunderschön.

Nachdem Giacomo mit seinem Programm geendet hatte, schnitten wir die Hochzeitstorte an. Eine Erdbeertorte als Doppelherz. Nun war so langsam die Zeit gekommen, als uns die ersten Gäste verließen. Mein Bruder, seine Begleitung und wir verließen als letzte die Burg - die restlichen Utensilien und die Geschenke im Kofferraum.

Zuhause angekommen trug ich meine Frau standesgemäß über die Schwelle, dann verabschiedeten wir meinen Bruder und seine Begleitung und wir uns in die Hochzeitsnacht. ;)

Und nun - nun sind wir Mann und Frau. Es war eine Traumhochzeit, von der wir beiden schon jahrelang geträumt hatten. Es war einfach wunderschön. Aber alleine hätten wir das nie auf die Beine stellen können. Also auch an dieser Stelle nochmal ein riesengroßes Dankeschön an alle, die uns geholfen haben. <3

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