Tief oder Analyse?

dadvelopment | 23.11.2012 | Lesedauer: Eine Minute

Ich bin in meiner Therapie nun an einer Stelle angelangt, wo ich mich entscheiden muss, wie es denn nun weiter geht.

Nach dem ersten Zusammenbruch letztes Jahr im November hatte ich eine Therapie angefangen. Zunächst lief sie als Kurzzeittherapie mit einem tiefenpsychologischen Ansatz. Die Stunden für die Kurzzeittherapie sind nun aufgebraucht. Und die Entscheidung steht an: Tiefenpsychologische Therapie oder Psychoanalytische Therapie.

Was bedeutet das eine, was bedeutet das andere?

Tiefenpsychologisch:

  • einmal die Woche
  • Gespräch im Sitzen, ich würde den Therapeuten anschauen können
  • Dauer, ca. 18 Monate


Psychoanalytisch:

  • zwei oder drei Mal die Woche
  • Gespräch von der Couch aus
  • Dauer: ca. 3 oder 4 Jahre


Und nun schwirren Fragen in meinem Kopf herum. Die Entscheidung fällt mir schwer. Will ich öfter zur Therapie als jetzt? Wie "kaputt" bin ich eigentlich? Will ich für jedes Jahr Erinnerung, das mir fehlt, ein Jahr Therapie machen? Brauche ich überhaupt 4 Jahre Therapie? Bringt es mir was, die ganzen Jahre an fehlenden Erinnerungen zu schließen, nur damit ich weiß, warum ich zum emotionalen Eisblock geworden war? Sollte ich mich nicht lieber im Jetzt kennen lernen?

Viele Fragen. Vor ein paar Tagen hatte ich geschrieben, dass ich mich eher um die Gegenwart kümmern möchte. Wieviel von meinen vierzehnjährigen Ich muss ich wissen, um jetzt gut leben zu können? Was würde mich stärker belasten? Das Wissen, Erinnerungen nicht zu haben oder die Erinnerungen an sich. Es wird ja einen guten Grund haben, warum ich so viele Jahre verdrängt habe.

Was bleibt ist die Frage, ob ich eine langjährige Psychoanalyse wirklich nötig habe oder ob es genügt, mich der tiefenpsychologischen Therapie zu stellen. Ich schrecke vor dem zeitlichen und emotionalen Aufwand der Psychoanalyse zurück. Schieße ich durch diese Therapieform mit Kanonen auf Spatzen? Welche Form ist denn nun das richtige Werkzeug für mich und meine Vergangenheit?

Ich habe zwei Möglichkeiten. Die eine schreckt mich aufgrund des Aufwands ab. Bleibt ja nur die andere. Noch muss ich mich nicht entscheiden. Zeit habe ich noch bis nächste Woche Donnerstag. Aber so langsam erkenne ich eine Tendenz.