Kugelgrillabenteuer: Pulled Pork

dadvelopment | 12.05.2016

Schon letztes Jahr hatte mich Dennis mit seinen Grillkünsten jenseits von Bratwurst und Steak angefixt. Der Kugelgrill war auch recht bald gekauft. Der Gute war aber nur selten in Benutzung.

Dieses Jahr soll das anders werden. Ich gönnte mir ein Thermometer, mit dem man die Garraumtemperatur im Grill und die Kerntemperatur des Fleisches messen kann. Das wurde dann zweimal ausprobiert und nun wagte ich mich an ein Projekt, dass mir gut ein Jahr im Kopf herumspukt: Pulled Pork.

Zusammen mit dem Kleinen kaufte ich gestern bei unserem Fleischer um die Ecke gut 2700 Gramm Schweinenacken, die heute vergrillt werden sollten. Gestern wurden die gesenft und in Gewürzmischung eingerieben.

Schweinenacken beim Rubben

Um heute morgen nicht mehr allzuviel Zeit zu verbrauchen, habe ich die Kohlen noch aufgeschichtet. Schön im Kreis als Minion-Ring, damit ich während der stundenlangen Grillsession keine Kohlen nachlegen muss.

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Das Fleisch verweilte derzeit im Kühlschrank, wir bei einer Freundin im Garten. Heute morgen kurz vor acht klingelte ich bei den Nachbarn: "Moin, ich zünde gleich den Grill an und ich habe gesehen das Fenster ist noch auf." "Oh, damit habe ich um diese Uhrzeit nicht gerechnet. Ich mach das gleich zu." ;)

Alle Fenster in der unmittelbaren Nachbarschaft waren also geschlossen. Dann konnte ich den Anzündkamin starten, während der Kleine im Sand spielte. Der Minion-Ring erwies sich allerdings als ziemlich zickig und wollte nicht in Gang kommen. Kurz nach acht gestartet, brauchte der Grill über eine Stunde, bis er auf die angepeilte Temperatur von 110 Grad kam. Und das auch erst dann, als ich einen weiteren Anzündkamin startete und drohend neben die Kugel stellte. In der Retrospektive betrachtet, habe ich schlichtweg zu wenig Kohlen vor geglüht.

Um 9,30 Uhr kam dann diese schöne Stück Fleisch auf den Grill. Die angepeilte Abendesszeit von 18 Uhr schrieb ich indes ab und freundete mich mit 21 Uhr an. Der Lütte schlief inzwischen. Die Zeit verrann und um die Mittagszeit stieg die Temperatur im Grill auf über 150 Grad. Ich startete diverse Versuche zum Drücken der Wärme. Meine Versuche gingen dann in die Richung "das kann so nicht richtig sein". Nach kurzer Rücksprache mit Dennis gabs dann noch ein paar goldwerte Tipps. Und die Temperatur sank.

Um dann doch etwas mobiler zu sein (das Thermometer ist kabelgebunden), bastelte ich mir en Funkthermometer:

  • altes Smartphone
  • eine Remotesteuerapp, z.B. AirDroid
  • ein Empfangsgerät, z.B. Smartphone oder Notebook


Die Liebste meinte nur: "Du bist so ein Nerd.", und schmunzelte dabei. Ich fands gut.

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Über die Mittagszeit stand der Grill in der prallen Sonne, was mir wahrscheinlich den Zustand der Kohlen verschleierte. Jedenfalls stellte ich bei beiden Kohlekontrollen fest, dass kaum mehr Kohle glühte. Ich entschloss mich - auch dank der Rollen an der Kugel - den Platz zu wechseln. Kaum stand sie stetig im Schatten gabs auch weniger auf und ab.

Dann hieß es noch etwas warten, Alufolie zu Hilfe nehmen und - wer hätte es gedacht - um kurz vor sechs das Schwein zu bergen.

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Von den anfanglichen 2700 Gramm waren noch 1900g übrig. Dann noch zupfen und futtern.

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Mein Kugelgrillabenteuer Pulled Pork hat viel Spaß gemacht und war auch die ganze Zeit Nervenkitzel pur. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass das bei uns auf dem Grill lag. Das nächste Grillprojekt steht auch schon fest: Rippchen.