Schon fast drei Wochen?

dadvelopment | 11.11.2013 | Lesedauer: 2 Minuten

Seit der Geburt des Prinzen scheint die Zeit schneller zu vergehen. Drei Wochen ist er morgen schon alt. Und dabei haben wir doch eben erst das Geburtshaus verlassen und den Duft von Schmalzkuchen vom Freimarkt in der Nase gehabt.

Aber diese Zeit ist tatsächlich schon ins Land gegangen. Der Freimarkt ist inzwischen vorbei. Und es war schon eine herausfordernde Zeit.

In der ersten Wochen waren die Nächte gefühlt gefüllt mit Gebrüll. In Wirklichkeit waren es nur maximal 30 Minuten. Ansonsten klappt das Handling des Kleinen super. Stillen klappt, das Anziehen und Wickeln hat bei mir auch quasi sofort geklappt.

In der ersten Woche war ich fürs Wickeln, Wäsche waschen, Essen machen etc. zuständig. Wie man das halt als Mann im Wochenbett so macht. Und auch das hat funktioniert. Wir sind weder verhungert, noch mussten wir den ganzen Tag nackt herumlaufen.

Nach diesen zwei Wochen muss ich sagen, dass sich viele meiner Befürchtungen nicht bewahrheitet haben. Ich hatte damit gerechnet, dass ich einige Probleme im Handling mit dem Prinzen haben werde, dass wir über Wochen nicht mehr schlafen und dass die Liebste und ich doch sehr oft aufgrund von Müdigkeit aneinander geraten. Doch nix von dem ist eingetreten - und das freut mich doch sehr.

Hier wird also gekuschelt, gestillt, gewickelt, geschlafen(!) und immer wieder gefreut. :D

Dass ich nun wirklich Vater bin, hat bei mir allerdings einige Zeit gedauert. Genauer gesagt eine ganze Woche. Eine Woche nach der Geburt machte ich mich auf zum ersten Ämtermarathon. Der Kleine wollte beim Standesamt angemeldet, die Geburtsurkunde ausgestellt und abgeholt werden. Nachdem ich nun die Geburtsurkunde des Prinzen in der Hand hatte, traten mir die Tränen in die Augen: Ich bin Vater, er ist tatsächlich mein Kind, wir sind Familie. <3

Das ganze Organisatorische nach der Geburt (Geburtsurkunde, Krankenkasse, Elterngeld, Kindergeld, Arbeitgeber) belastete mich doch sehr. Nach und nach konnten wir dann doch die einzelnen Anträge abarbeiten - wir brauchten ja nur noch diverse Bescheinigungen, ausgefüllt hatten wir die Anträge schon vor der Geburt. Vor ein paar Tagen dann habe ich den letzten Antrag eingeworfen. Mein Anteil als Ernährer der Familie für die Dauer der Elternzeit ist also getan. Wieder eine Last weniger.

Mich als Einzelpersonen habe ich zum Teil auch wieder gefunden. Wir als Paar finden auch allmählich wieder zu uns. Einige Tage waren echt anstrengend (und nicht so wie ich es mir ausgemalt hatte), aber mittlerweile ruckelt sich alles zurecht und kommt den Vorstellungen recht nahe.
Am Ende habe ich für diesen Artikel drei Anläufe gebraucht. Ein Patchworkartikel also. Drei Anläufe, drei verschiedene Emotionen, drei verschiedene Tageszeiten. Und das ist etwas, an das ich mich noch gewöhnen muss: Ich muss mir weniger am Tag vornehmen.